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Anstich mit Wolfgang Krebs

Starkbierfest Weihenstephan: Unter Strom auf dem echten Nockherberg

Freising - Binnen zweier Tage war der Stephanskeller im Weihenstephaner Bräustüberl ausverkauft. Die Gäste erlebten einen genialen Kabarettisten Wolfgang Krebs.

Eines stellte Krebs alias Bayern-Chef Seehofer (oder war’s der Stoiber?) gleich klar: Der echte Nockherberg ist der Weihenstephaner Berg. Und was den Redner anging, stellte die Staatsbrauerei die Kollegen von Paulaner tatsächlich in den Schatten. Der begnadete Parodist Krebs kam zwar spät - aber er kam gewaltig.

Eigentlich schon beim ersten Auftritt. Krebs als Wirtschafts-Energie-Stromtrassen-Ministerin in Lebensgröße und XXL-Dirndl. „Griaß Eich“, sagt die Ilse und kommt gleich zur Sache. Der Seehofer sei in Wirklichkeit ein Windradl-Gegner. Er sei gegen „alles, was hoch aufragt und die Landschaft verschandelt“ habe er gestanden. „Aber Horst, hab’ ich g’sagt: Man kann nicht gegen sich selbst sein!“ Und zur dritten Startbahn: „Wenn der Söder Ministerpräsident wird, steigt die Zahl der Flüge wieder - weil dann alle weg wollen.“

Abgang Aigner, Auftritt Söder: „Servus, ich bin da Margus. Wer mich ned kennd: Ich bin die coole Sau aus der Vorabendserie“. Und um gleich klarzustellen, wer nach Horst der Chef ist: „Die ganze Weld erwarded eine weidere Stärgung des Franggen!“

Abgang Margus, Auftritt, äh, Stoiber, äh. Der wähnt sich zunächst in, äh, Augsburg, beim Festakt „65 Jahre r Puppenkiste“, blickt dann erstaunt in den Saal (Sie sind ja gar nicht die, äh, die Puppen-, äh, -dings!“) und schließlich hoch zur nackten Ziegelmauerdecke: Da sei ja doch noch einiges runtergekommen im Asamsaal. „Da ist der Putz ja komplett herunten. Das schaut ja aus wie ein Rohbau, liebe hochversehrte, äh, Ehren-, äh, -säfte!“

Dann aber Auftritt „König Horst“ mit kurzem Kabinetts-Überblick. Die neue Ministerin, die Ulrike: „Jung, blond scharf - also, die Frau Scharf. Die schärfste Frau der Staatsregierung. Die könnte meine Frau sein, also meine Freundin, also meine andere Freundin“. Weg vom Fenster sei dagegen „die Christine“. Er hätte sie ja gern behalten die Haderthauer, „wegen ihres Unterhaltungswerts.“ Besser als Cindy aus Marzahn. Aber wenn eine Ministerin Hader-thauer mit einem verurteilten Dreifachmörder beim Abendessen sitzt, das geht halt nicht. „Da muss man sich schon fragen: Kann man ihm das zumuten? Da heißt’s doch gleich wieder: Der Strafvollzug in Bayern ist unmenschlich!“

Nach seinem Ausflug in die politischen Niederungen Freisings („Mei, zur Zeit ist ja in Freising der Hund begraben. Es ist praktisch nix los“ - siehe unten) kehrte der inzwischen stürmisch gefeierte Krebs nochmals in seiner Glanzrolle als Stoiber in den Stephanskeller zurück. Dort hatte schon vor drei Stunden OB Tobias Eschenbacher mit neun (!) Schlägen das dunkle Korbinian angezapft und Brauereichef Josef Schrädler die Weihenstephaner Starkbierfamilie begrüßt. Jetzt, nach viel Brotzeit, Braten und noch mehr Bier, herrscht im Kellergewölbe akuter Sauerstoffmangel, eine Lautstärke wie im Oktoberfestzeit - und ebensolche Stimmung.

Und er bricht herein. Über die „Freien Quäler“, das „G Murks“ und über die Pegida, die in Bayern gar keine Chance hat: Die hat man längst alle in die CSU integriert („In Freising hieße das sonst ja Frigida!“).

Bilder: Weihenstephaner Starkbierfest mit Wolfgang Krebs

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