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Mit Bannern und Plakaten empfingen die Startbahngegner Erwin Huber vor dem Sportheim in Vierkirchen.

Bei Auftritt in Vierkirchen

Startbahngegner treiben Erwin Huber in die Enge

Demo vor dem Sportheim in Vierkirchen (Landkreis Dachau): Dort empfingen rund 40 Startbahngegner aus dem Landkreis Freising MdL Erwin Huber (CSU). Der hat nach seiner Aschermittwochsrede mit ihnen gesprochen – und dabei ging’s hoch her.

Riesige Banner, Dutzende Schilder: Windfest eingepackte Gegner der Dritten Startbahn am Münchner Flughafen hatten sich vor dem Vierkirchner Sportheim versammelt. Noch gaben die Demonstranten der Bündnisse „Plane Stupid“ und „Aufgemuckt“ fast keinen Mucks von sich, nur der Wind heulte laut. Dann: Ein BMW näherte sich. Erwin Huber, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landtags und Redner beim Politischen Aschermittwoch in Vierkirchen, stieg aus - ein engagierter Kämpfer für die Dritte Startbahn. „Da ist er ja“, riefen die Demonstranten in eisigem Tonfall.

Huber begrüßte die Demonstranten provokativ mit dem Satz: „Ich glaube, die Dritte Startbahn wird kommen!“ Laut Huber ist das Wachstum der Wirtschaft nur so gesichert. München brauche die Erweiterung, damit der Flughafen die „steigenden“ Besucherzahlen zu den Hauptverkehrszeiten weiterhin verkrafte. Von „Größenwahn der CSU“ bis hin zu „Herr Huber, wo leben Sie?“: Alles war dort vor der Tür zu hören, bis MdL und CSU-Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath unterbrach: „Sie haben ja nachher drinnen noch die Gelegenheit zur Diskussion.“ Denn Erwin Huber war eigentlich zum Politischen Aschermittwoch der CSU Vierkirchen eingeladen. Diese Veranstaltung fand im Gegensatz zum Passauer Pendant statt.

Ernst ging es nach der Rede im Nebenzimmer der Gaststätte zu. Über eine Stunde lang diskutierte Huber mit den Startbahngegnern. Darunter Attachinger und Professoren der TU München. „Herr Huber, Sie haben gesagt: ‘Wie kommen Sie auf diese Schnapsidee, dass jemand unter der Dritten Startbahn leidet?’ Ich leide sehr wohl unter dem Flugzeuglärm“, begann der Attachinger Demo-Organisator Ludwig Grüll. Der MdL bestritt das Zitat. „Wollen Sie hier ein Tribunal?“, fragte er verärgert und gab aber zu: „Ich verstehe die Anwohner wegen des Lärms“. Das Gesamtinteresse Bayerns sei aber wichtiger.

„Eher das Interesse des Flughafens“, warfen ihm die Startbahn-Gegner vor. Sie präsentierten Zahlen, die ausreichend Kapazitäten bei nur zwei Startbahnen prognostizierten. Außerdem sollten ihre Daten zeigen, dass Wirtschaftswachstum und mehr Flugbewegungen nicht zusammenhängen.

Huber befand es auch „demokratietechnisch fragwürdig“, wenn München als Mit-Entscheider das Flughafen-Projekt blockiert. „Immerhin will die Stadt ja auch Zuschüsse beim U-Bahn-Ausbau.“ Da brach der Tumult los: „Erpressung!“ Umstimmen konnten die Startbahngegner Erwin Huber nicht. Eine Einladung ins lärmgeplagte Attaching bekam der Landtagsabgeordnete dennoch mit auf den Heimweg. Ludwig Grüll: „Tag und Nacht können Sie dort vorbeischauen!“

map/ws

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