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Publikumsmagnet: Die Bierstraße in Hallbergmoos lockte nicht nur Schau-, sondern auch Trinklustige an.

Schaulustige und Trinklustige

Stau auf der Bierstraße in Hallbergmoos

Hallbergmoos - Mit einer spektakulären Veranstaltung hat Hallbergmoos das 500-jährige Bestehen des Reinheitsgebots gefeiert. Auf einer Bierstraße wurden 71 Sorten ausgeschenkt - eine sportliche Herausforderung, die besondere Planung erforderte.

Ingolstadt feierte einen Tag zu früh, Freising begeht das Jubiläum ein paar Tage zu spät. Hallbergmoos hat indes eine Punktlandung hingelegt: Am 23. April, exakt 500 Jahre nach Erlass des Reinheitsgebots durch Herzog Wilhelm IV., hoben unzählige Freunde des bayerischen Trinkgenusses auf der „Bierstraße“ die Gläser und feierten ausgiebig.

Die Herausforderung war selbst für eingefleischte Hopfenfans sportlich: 71 Biersorten schenkten 19 Brauereien für einen Biertaler – einen Euro – entlang der Pappelallee aus. Zwar „nur“ im 0,25-Liter-Glas. Insgesamt wären also 17,25 Liter in vier Stunden zu bezwingen gewesen, was ein Stundenmittel von 4,4 Litern bedeutet hätte. Weil das – bei allem guten Willen – nicht ging, traten viele Verkoster mit zuvor ausfeilten Trinkplänen an. Darauf vermerkt die Reihenfolge der favorisierten Biere, die man „unbedingt“, „möglicherweise“ und „vielleicht noch“ probieren wollte. Ganz oben auf der Hitliste: Goldacher Hell und die Moosweiße. Die beiden heimischen Brauspezialitäten kommen erst im Juli auf den Markt.

Mit der „Moosweißen“, die es vor einigen Jahren schon mal gab, ist nur der Name gemein, wie Verkaufsleiter Peter Hiebl berichtete. Die beiden Biere sind allerdings auf den Hallbergmooser Geschmack abgestimmt: Bei einer Blindverkostung haben ausgewählte Hopfenfreunde – Sportler, Vereins- und Gemeindevertreter – entschieden, welches Aroma die Gemeinde repräsentiert. Und wie schmeckt’s? „Hopfig-blumig das Helle, Malzig-aromatisch das Weißbier. Rund im Geschmack“, urteilte Bürgermeister Harald Reents.

Die Besucher waren ausnahmslos begeistert von der Bierstraße. „Das sollt’s jedes Jahr geben“, schwärmten Gabi und Jogi Gaiser. Freilich war der Aufwand, federführend von Volksfestreferent Sepp Fischer organisiert, enorm. Aber es hat sich gelohnt. „Es war ein Riesenerfolg“, lautete sein Fazit.

Der Trend zu Craft-Bieren ist ungebrochen, wie Albert Schöppel von der Biermanufaktur Engel berichtete. Etwa 65 000 Liter produziert das Familienunternehmen aus dem fränkischen Hohenlohe-Crailsheim jährlich. Und natürlich auch wegen des gelben „Flitzers“, aus dem das Keller Hell und Dunkel schäumte, war es eine beliebte Anlaufstation. Ebenso wie die kleine Schlossbrauerei Maxlrein aus dem Rosenheimer Land beispielsweise, die „Zwickl Max“, Leo Weiße, Helles und Aiblinger Schwarzbier ausschenkte. Und wo man zurecht stolz sein darf: Zwei Tage zuvor hatte die Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft sie zur Brauerei des Jahres 2016 gekürt.

In jedem Fall zeigten sich die Besucher experimentierfreudig, ließen sich kaltgehopftes „Hallodri“- Weißbier mit Mandarinen-Aroma, Doppelbockweizen oder das bittere Hallertauer Pale Ale einschenken. Und wer dann noch nicht genug hatte, durfte im Festzelt, das „D’Moosner“ in einen Hexenkessel verwandelten, das Biererlebnis abrunden.

Eva Oestereich

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