Streit um Glaubwürdigkeit des Zeugen

Südlicher Landkreis - Für ein Jahr und zwei Monate soll ein Kroate (27) aus dem südlichen Landkreis wegen Drogengeschäften in Haft. Doch sein Anwalt hält den einzigen Belastungszeugen für unglaubwürdig.

Die Staatsanwältin vermochte dem Amtsgericht Freising während der Verhandlung weder das Marihuana zu präsentieren, noch war der Stoff jemals von einem Labor untersucht worden. Kein Ermittlungsbeamte hatte das Marihuana gesehen - nur der Belastungszeuge, ein Drogenkonsument (28).

Fünfmal soll der Angeklagte dem Zeugen 2012 je ein bis zwei Gramm Marihuana verkauft haben. Bei einem Besuch in der Wohnung des Kroaten will er außerdem 200 Gramm Gras gesehen haben. Nachdem er seine Angaben bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte, widerrief er im ersten Prozess gegen den Angeklagten seine Aussage. Gegen ihn war deswegen ein Verfahren wegen Falschaussage und falscher Verdächtigung eingeleitet worden.

In der zweiten, aktuellen Verhandlung gegen den Kroaten widerrief der 28-Jährige seinen Widerruf. Für seinen vormaligen Rückzieher machte er den Angeklagten verantwortlich: Dieser habe ihn unter Druck gesetzt. Angeblich war er von ihm aber nicht direkt bedroht worden. Bekannte hätten ihm davon erzählt. Deren Namen mochte er nicht preisgeben. Für den Verteidiger des Kroaten hatte er damit seine Glaubwürdigkeit verspielt. Da niemand außer ihm das Marihuana zu Gesicht bekommen habe, könnte er auch Oregano mit Gras verwechselt haben. Vielleicht log er auch einfach, sagte der Anwalt.

Jedoch war das Gericht von der Glaubwürdigkeit des Zeugen überzeugt. Als Drogenkonsument traute ihm die Richterin ausreichend Sachkenntnis zu, um illeglale Drogen von einem legalen Pizzagewürz unterscheiden zu können. Da der mehrfach und einschlägig vorbelastete Angeklagte unter offener Bewährung stand, kam für das Gericht nur eine Haftstrafe in Betracht. (an)

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