Die Frontlinie geht mitten durch den Schafhof: Das Verhältnis zwischen den Betreibern des Cafés und dem künstlerischen Leiter des Museums ist offenbar nicht mehr zu kitten.

Café-Pächter gegen künstlerischen Leiter

Streit im Schafhof: Das Tischtuch ist zerschnitten

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Freising - Die Stimmung hinter den Kulissen des Schafhofs ist seit Monaten explosiv. Im Streit zwischen der künstlerischen Leitung und den Café-Betreibern rückt jetzt der Showdown näher. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten scheint ausgeschlossen.

Im Schafhof werden am Freitag die Sektgläser klirren. Um 19 Uhr beginnt die Vernissage für die neue Ausstellung im Europäischen Künstlerhaus. Alles dreht sich um das Thema Film. Die Foto-Werkschau von Richard Thieler firmiert unter dem Namen „Kino“. Unter dem Titel „Cinemaczz“ werden Licht- und Videoinstallationen von Vollrad Kutscher gezeigt. Große Kunst.

Alles anderes als Großes Kino spielt sich hinter den Kulissen des Schafhofs ab. Der Streit zwischen dem Leiter des Künstlerhauses, Eike Berg, und den drei Café-Pächtern Dino Corda, Andreas Eckert und Mathias Franck wirkt eher wie eine Schmierenkomödie. Wie berichtet, wollte mit Corda einer der drei Gastronomen aufhören, die beiden anderen weitermachen. Trotzdem wurde eine Ausschreibung für das Café durchgeführt – und musste wieder gestoppt werden. Die Verwaltung des Künstlerhauses hatte es versäumt, den Vertrag der bisherigen Pächter zu kündigen. Alle drei machten weiter. Jetzt hat das Drama wohl seinen letzten Akt erreicht. Am Donnerstag sagte Café-Pächter Franck dem FT: „Herr Berg hat unser Vertrauen missbraucht. Eine weitere Zusammenarbeit mit ihm über das Ende des Pachtvertrags hinaus ist nicht möglich.“

Neuer Stein des Anstoßes ist für Franck der Tätigkeitsbericht, den der künstlerische Leiter für die Kulturausschuss-Sitzung des Bezirks am Donnerstag vorbereitet hat, und der dem FT vorliegt. Darin spricht Berg unter anderem von 6500 Euro an nicht bezahlten Nebenkosten, die den Wirten 2013 erlassen worden seien – für Frank ein Affront. Er erklärte dem FT, dass die Hausverwalterin des Schafhofs, Beatrix Kornhaas, zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Cafés eine Nebenkosten-Nachzahlung von rund 10 000 Euro eingefordert habe. „Wir haben diese Abrechnung nie zu sehen bekommen, uns aber trotzdem bereiterklärt, den Betrag zu begleichen“, betont Franck. „Wir haben aber auch gesagt, dass wir uns überlegen müssen, ob der Betrieb des Cafés angesichts solcher Summen noch rentabel ist.“ Berg habe sie beschworen, weiterzumachen. Daraufhin habe man sich auf die monatliche Abzahlung einer Teilschuld geeinigt, der Rest sollte den Pächtern erlassen werden.

Franck berichtet auch davon, dass er die Nebenkostenabrechnung von 2014 nie gesehen habe, obwohl er sie immer wieder angefordert habe. Stattdessen habe Berg ihm gegenüber eingeräumt, dass die Aufstellung fehlerhaft sei. 1000 Euro wurde den Wirten rückerstattet. „Und das ist erst der Anfang“, sagt Franck.

Zerschnitten wurde das Tischtuch dann im Rahmen der Ausschreibung. Denn während Berg in seinem Bericht schreibt, dass das Verfahren ordnungsgemäß abgelaufen sei, und es lediglich Vorgespräche mit anderen Bewerbern gegeben habe, betont Franck, dass das Catering-Unternehmen Muskat aus Zolling bereits den Zuschlag erhalten habe – zumindest inoffiziell. Darauf weisen auch mehrere E-Mails hin, die dem FT vorliegen. Darin teilt Berg Franck nicht nur mit, dass man sich für jemand anderen entschieden habe, sondern bemühte sich auch bereits um einen Übergabe-Termin zwischen den bisherigen Pächtern und Muskat.

Die Ausschreibung war am Donnerstag Thema im Kulturausschuss. Dort brachte Grünen-Bezirksrat Johannes Becher die E-Mails zur Sprache. „Denn natürlich sind das Darstellungen, die nicht zusammenpassen.“ Und weiter: „Wirklich überzeugt haben mich die Antworten von Herrn Berg nicht.“ Immerhin habe Bezirkstagspräsident Josef Mederer deutlich gemacht, dass im Zuge der Ausschreibung viele Fehler begangen worden seien. Ein Antrag der Grünen, die Politik künftig stärker einzubinden, etwa bei der Entwicklung von Ausschreibungskriterien, wurde hingegen mehrheitlich abgelehnt. „Das hat mich schon enttäuscht, weil es das richtige Signal gewesen wäre“, sagte Becher. „Jetzt müssen wir eben darauf vertrauen, dass die Verwaltung es künftig besser macht.“

Das wird sich im Frühjahr 2017 zeigen. Dann läuft der Pachtvertrag des Trios aus. Fortsetzung folgt – eher nicht. „Dort oben im Schafhof ist es wirklich idyllisch“, sagt Franck. „Aber man kann auch viel kaputtmachen.“

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