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In die Farben der französischen Flagge getaucht war der Hochaltar des Kastulusmünsters. Das Kammerorchester übertraf sich vor symbolträchtiger Kulisse selbst.

Beethovens 9. Symphonie im Kastulusmünster

Symbolträchtig und imposant: "Die Neunte" im Kastulusmünster

Moosburg - Es ist eines der Werke der klassischen Musik überhaupt: Ludwig van Beethovens 9. Symphonie. „Die Neunte“ halt. Am Vorabend des vierten Advent kam sie im Moosburger Kastulusmünster vor vollem Haus zur Aufführung.

Das Moosburger Kammerorchester in großer Besetzung und der auf rund 100 Mitwirkende aufgestockte Asamchor aus Freising waren für ein beeindruckende Aufführung eines der ganz großen Werke der Musikgeschichte verantwortlich. Zu Hause vor den Lautsprecherboxen, im Fernsehen oder auch im Radio – Beethovens 9. Symphonie hat Jeder schon einmal gehört, „die Neunte“ kann jeder mitpfeifen und mitsummen.

Dass gerade dieses Werk am Samstag in Moosburg aufgeführt wurde, war nicht nur musikalisch ein Leckerbissen, sondern auch voller Symbolkraft: In Zeiten, in denen Europa in der Krise ist und Europa vor großen Herausforderungen steht, ist die Darbietung der Europahymne – also des 4. Satzes aus Beethovens Komposition – schon eine Art Statement. Und dass am 2. Oktober 1990, am Vorabend der Wiedervereinigung, „die Neunte“ als letzter Staatsakt der DDR unter Leitung des großen Dirigenten Kurt Masur aufgeführt wurde, mag man auch als Zeichen sehen. Denn just an jenem vierten Adventssamstag verstarb Masur.

Fotos: Beethovens Neunte im Kastulusmünster

Es war aber nicht nur ein symbolträchtiger Abend im Kastulusmünster, dessen Hochaltar in den Farben der französischen Flagge blau, weiß und rot angestrahlt war. Es war auch musikalisch ein imposanter Abend, an dem unter Gesamtleitung von Erwin Weber das voll besetzte Gotteshaus mit erhabenen und erhebenden Melodien und Klängen erfüllt wurde. Auch wenn viele Zuhörer sicherlich dem Schlusschor und der „Ode an die Freude“ entgegenfieberten, verdiente die Leistung des Orchesters in den ersten drei Sätzen hohe Anerkennung. Die Einsätze passten exakt, die Crescendi wurden hervorragend interpretiert, ob Vivace oder Andante – der Klangkörper war hervorragend aufeinander abgestimmt.

Und das galt dann auch für den vierten Satz, jene Sinfoniekantate nach dem Gedicht von Friedrich Schiller mit dem berühmten Text. Der 100-köpfige Asamchor unter Leitung von Gunther Brennich, dazu mit Angela Schwaiger (Sopran), Christianne Braun-Breuer (Alt), Michael Braun (Tenor) und Benedikt Eder (Bariton) vier ebenso bekannte wie ausgezeichnete Gesangssolisten boten genau das, was der Text verspricht: „Freude! Freude!“ Dass neben aller Symbolkraft und künstlerischen Qualität mit der Aufführung wohl auch noch bei den Zuhörern die Vorfreude auf ein fröhliches, friedvolles und harmonisches Weihnachten gesteigert wurde, spricht nicht nur für die Strahlkraft der 9. Symphonie, sondern auch für die Intensität, die Verve und das Können der Akteure.

Andreas Beschorner

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