Fest begann mit einer Panne

Tag des Bieres stillt viele durstige Kehlen

Freising - Das herrliche Wetter hat am heutigen Mittwoch Hunderte von durstigen Kehlen zum "Tag des Bieres" auf den Freisinger Marienplatz gelockt. Dabei hatte das Fest mit einer Panne begonnen.

Vor dem Bier floss der Schweiß. OB Tobias Eschenbacher hatte am Donnerstagnachmittag beim traditionellen „Tag des Bieres“ auf dem Marienplatz unerwartet Schwerstarbeit zu verrichten. Drei Minuten etwa dauerte es vom ersten Schlag auf den Wechsel bis zum erfolgreichen Vollzug. Dazwischen hatte der OB immer wieder auf den Zapfhahn gehämmert. Dreimal, sechsmal, neunmal, zwölfmal. Nur wenige Tropen entwichen dem Behältnis. „Dem haben’s ein Fass mit Luft gegeben“, spöttelte Landrat Michael Schwaiger. Doch der OB blieb beharrlich - mit Erfolg: Unter dem erleichterten Applaus der durstigen Menge schenkte er die ersten Massen aus - und berichtete dem FT: „Der Gummi am Wechsel war undicht.“

Eschenbacher machte sich nicht nur als Anzapfer um das Fest verdient. Einige Wochen zuvor war er selbst unter die Brauer gegangen, hatte unter fachkundiger Anleitung in der Versuchsbrauerei von Weihenstephan eine eigene Sorte gebraut. „Ein herbes Bier, so wie ich es mag“, erklärte Eschenbacher. Und weil er zugleich ein moderner Bürgermeister ist, gönnte er seinem OB-Bier auch eine fruchtige Hopfensorte: Mandarina Bavaria.

Gegen den Durst: Tag des Bieres in Freising

Gegen den Durst: Tag des Bieres in Freising

Unzählige Besucher ließen sich bei herrlichem Wetter und beschwingt von der fröhlich aufspielenden Schneider Combo nicht nur das OB-Bier schmecken. Neben den isotonischen Erzeugnissen von Weihenstephan und dem Hofbrauhaus hatten die Freisinger auch an zahlreichen von der Arbeitsgemeinschaft Freisinger Wirte und den Freisinger Hobbyköchen organisierten Fressbuden die Qual der Wahl. Und mit der richtigen Stärkung wagten sich einige nicht nur ans Maßkrugschieben, sondern auch in die Königsklasse: ans Fassl-Rollen - mit unterschiedlichen Strategien. Während die einen sich kurz vor dem Start über die 100-Meter-Distanz noch eine Zigarette gönnten, rieben sich andere ihre Handschuhe mit Seifenwasser ein. Gebracht hat beides nichts. Denn am Ende war das Team des Fördervereins Freising am Schnellsten. 16,95 Sekunden benötigte das Duo für die Strecke und heimste 50 Liter Freibier ein.

Das größte Erfolgsrezept seit Jahrhunderten hatte hingegen Herold Alexander Nadler, der hoch zu Ross das im April 1516 erlassene Reinheitsgebot vortrug. Und warum ist nun Bier das beste Getränk der Welt? „Wegen seiner isotonischen Merkmale und seiner Nahrungsmittelinhalte“, sagte Herold Nadler. „Schade ist nur der hohe Alkoholgehalt. Denn Alkohol und Menschen vertragen sich selten.“ Den Anschein machte Markus Steinseifer indes nicht. Der 24-jährige Student der TU Weihenstephan verriet, was den Gerstensaft so besonders macht: „Bier ist nicht nur ein Getränk. Bier ist ein Gefühl.“

Manuel Eser

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