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Preisgekrönter Oberschenkel: Die Jury sah beim Tattoo-Contest genau hin. Sogar mit Taschenlampe.

Wenn Körper zu Leinwänden werden

Tattoo-Convention Moosburg: Die Sucht nach Körperkunst

Moosburg - Die Tattoo-Convention in der Stadthalle hat sich etabliert. Die Szene gab sich am Wochenende bereits zum sechsten Mal ein Stelldichein in Moosburg. Über 30 Stände und mehr als 50 Tätowierer standen den Besuchern zur Verfügung. Das Angebot wurde genutzt – auch ganz spontan.

Gut Ding will Weile haben. Manchmal geht es aber auch ganz rasch und spontan. Für ein flächendeckendes Tattoo muss man mit Stechzeiten von bis zu acht Stunden rechnen. Kleinere Motive sind schneller zu machen. In einer halben Stunde kann alles vorbei sein, wie sich beim Treffen der Tattoo-Szene in der Stadthalle zeigte.

Die Tätowierer hatten alle Hände voll zu tun. Auffällig viele Besucher liefen mit frisch abgedeckten Hautbildern herum. Das Zellophan schützt vor Infektionen. Das Kribbeln unter der Haut, den leichten Schmerz, wenn die Nadel eindringt, nahmen die Tattoo-Fans gerne in Kauf. „Weil es süchtig macht, wenn man einmal damit angefangen hat“, erklärte Daniel Unger, ein 26-jähriger Moosburger, der sich gerade ein „Tribal“, ursprünglich eine Art Stammeszeichen, am Stand der Tätowiererin Katrin von Bechtholsheim umarbeiten ließ. Die zeichnete ihre Vorstellungen erst einmal mit Hautstift vor – und fotografierte es zur besseren Ansicht immer wieder mit dem Handy ab.

„Um die 400 Euro kostet so ein Tattoo“, erklärte Julia Mieszczanin (22), nachdem sie gerade auf der Bühne ihren frisch verzierten Oberschenkel präsentiert hatte. Den schmückt ein Pin-Up-Girl mit einem Hot-Rod, einem Auto wie aus dem Film „American Graffiti“. Sie, respektive ein Tattoo-Studio aus Wehr nahe Basel, bekam eine Auszeichnung dafür.

Der „Tattoo-Contest“ zählte zu den Highlights des Convents. Moderator und Mitveranstalter Frank Hänsel,zeigte sich „vollauf zufrieden“ mit der Veranstaltung. Es habe sich gezeigt, dass man ein solches Event auch in einer kleinen Stadt etablieren kann, betonte er. Ein Jury-Mitglied fand gar, dass es „die schönste Convention in ganz Deutschland“ ist.

Alexander Fischer

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