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Die besten Masterarbeiten aus den sechs Studienbereichen wurden von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher ausgezeichnet. Oben (v. l.): Franziska Baumann, Marie-Louise Kowollik und Deborah Kracheletz. Unten (v. l.): Benjamin Franklin Meyer, Fabian Sauter und Clara Wagner. 

Digitaler Neujahrsempfang des TUM-Campus Weihenstephan – Große Herausforderungen

Freising: TU hat Umstrukturierungen vorgenommen - auf Studenten warten Verbesserungen

Die TU München hat die Pandemie für Umstrukturierungen genutzt: Das FT erklärt, welcher Bereich betroffen ist, und was sich für die Studenten ändert.

  • Die TU MÜnchen hat die Pandemie zu Umstrukturierungen genutzt.
  • Das Wissenschaftszentrum Weihenstephan firmiert jetzt unter dem Namen TUM School of Life Sciences.
  • Auf die Student:innen warten Verbesserungen - vor allem in zwei Sektoren.

Freising – Ein Jahr der Veränderung“, als solches kann man das Jahr 2020 an der TU München bezeichnen. Zunächst musste man mit den Herausforderungen der weltweiten Pandemie umgehen. „Mit einem riesigen Aufwand haben wir unsere Lehrveranstaltungen auf Online-Formate umgestellt“, berichtet TU-Dekan Thomas Becker im Rahmen eines Neujahrsempfangs, der Corona-bedingt in digitaler Form stattfand. Becker berichtete, dass der Lehr- und Forschungsbetrieb trotz der Beschränkungen aufrechterhalten werden konnte. Für 2021 wünsche er sich dennoch mehr persönliche Kontakte und wieder mehr wissenschaftlichen Diskurs im direkten Gespräch.

Zugleich habe man die Zeit genutzt, um den Wechsel vom vormaligen Wissenschaftszentrum Weihenstephan in die TUM School of Life Sciences zu vollziehen. Für die Umstellung der Struktur habe er viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, „doch so viel wird sich gar nicht verändern“, sagt Becker. Statt der bisherigen sechs Forschungsdepartments wird die Forschung zukünftig in den drei Departments Molecular Life Sciences, Life Science Systems und Life Science Engineering organisiert. Die größten Veränderungen gibt es im Studienbereich: Statt wie bisher in sechs Studienfakultäten unterteilt, gibt es nun nur noch eine School mit mehreren Studienbereichen. Die Studienangebote und Fächer werden aber zunächst gleich bleiben.

Auf die Pflanzen- und Tierforscher warten Verbesserungen

Neu ist die Organisation der pflanzlichen und tierwissenschaftlichen Betriebe in sogenannten TUM TechCores, die nun direkt vom Standort Freising aus verwaltet werden können. Im zukünftigen Plant Technology Center (PTC) und im Animal Research Center (ARC) können Forschungsvorhaben nun besser organisiert werden. Beispiel für eine solche übergreifende Core Facility ist auch das in Freising bereits angesiedelte Bayerische Zentrum für Biomolekulare MassenSpektrometrie (BayBioMS) – eine millionenschwere Wissenschafts- und Technologieplattform im Bereich der Biomedizin, Pflanzen- und Lebensmittelforschung.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Biologie und Medizin soll auch mit dem Forschungsneubau des Zentrums für Integrierte Infektionsprävention (ZIP) erreicht werden. „Wir hoffen, dass wir trotz der vielen finanziellen Belastungen des Freistaates mit dem Neubau des ZIP im Jahr 2021 oder spätestens 2022 starten können“, so Becker, der eine „internationale Leuchtkraft“ des Projekts erwartet.

Dekan begrüßt neue Profesor:innen

Zu exzellenter Lehre gehöre exzellentes Personal, und daher freute sich Professor Becker, auch im vergangenen Jahr wieder neue Professorinnen und Professoren berufen zu haben. Für das Forschungsdepartment „Life Science Engineering“ Prof. Senthold Asseng (Digital Agriculture) und Prof. Kang Yu (Precision Agriculture), für das Forschungsdepartment Life Science Systems Prof. Peter Annighöfer (Wald und Agroforstsysteme) sowie Prof. Monika Egerer (Urbane produktive Ökosysteme) und für das Forschungsdepartment Molecular Life Sciences Prof. Patrick Bienert (Crop Physiology) und Prof. Lindsay Hall (Intestinal Microbiome). Neue Honorarprofessoren sind Andreas Meisterernst (Fachgebiet Lebensmittelrecht) sowie Milena Ouzunova (Fachgebiet molekulare Pflanzenzüchtung) bestellt.

Dekan Thomas Becker benannte neue Profesor:innen für die TUM. 

In den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurden im Jahr 2020 Prof. Karl-Heinz Engel (Lehrstuhl für Allgemeine Lebensmitteltechnologie), Prof. Horst-Christian Langowski (Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik), Prof. Urs Schmidhalter (Lehrstuhl für Pflanzenernährung) sowie Prof. Johannes Schnyder (Lehrstuhl für Grünlandlehre).

TUM-Professor erhält Staatsmedaille

Unter den vielen Wissenschaftlern der TUM in Weihenstephan gibt es auch immer wieder welche, die sich besonders auszeichnen. So etwa die fünf Forschenden, die in diesem Jahr zu den Meistzitiertesten weltweit gehören: Prof. Ingrid Kögel-Knabner (Lehrstuhl für Bodenkunde), Prof. Hans Pretzsch (Lehrstuhl für Waldwachstumskunde), Prof. Michael Schloter (Honorarprofessor für Bodenmikrobiologie), Prof. Wolfgang Weisser (Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie) und Prof. Rupert Seidl (Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften). Die bayerische Staatsmedaille gab es für Prof. Jürgen Geist, den Leiter des Lehrstuhls für Aquatische Systembiologie, sowie die Heinz Meier-Leibnitz-Medaille für Dirk Haller, Professor für Ernährung und Immunologie.

Freisings Oberbürgermeister Eschenbacher freute sich in seiner Videoansprache, dass im Zuge der Neustrukturierung als School der Standort Freising wieder eine Vorreiter-Rolle übernehme. Der Campus Freising sei damit „Pate für zukunftsweisende Entwicklungen und lebensnahe, interdisziplinäre Forschung“.

Der Oberbürgermeister erklärt, was ihm besonders fehlt

Die TUM School of Life Sciences leiste „wichtigste Beiträge zur Lösung der bedeutendsten Herausforderungen unserer Zeit beispielsweise zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels oder der Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft“, so Eschenbacher, und sei damit auch ein Ansporn, auf lokaler Ebene den Klimaschutz voranzutreiben. Er hoffe, dass die gemeinsame Vortragsreihe der Stadt und der Universität „TUM@Freising“ noch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. „Dass Forscherinnen und Forscher persönlich und aus erster Hand erklären, woran sie arbeiten, ist ein großartiges Angebot an Freising und seine Gäste, das uns aktuell wirklich richtig fehlt“, sagte Tobias Eschenbacher.

Per Videobotschaft verlieh der OB in diesem Jahr die Preise für die besten Abschlussarbeiten der Studierenden in sechs Studienbereichen. Er gratulierte zu ihren hervorragenden Arbeiten und zollte ihnen „besondere Anerkennung“ für die Fertigstellung unter Pandemie-bedingten Einschränkungen. Dabei wurde jeweils eine Masterarbeit pro Studienbereich mit einem Preisgeld von 250 Euro ausgezeichnet.

Die Siegerinnen und Sieger im Studienjahr 2019/2020 sind Clara Wagner (Agrar- und Gartenbauwissenschaften), Marie-Louise Kowollik (Biowissenschaften), Deborah Kracheletz (Brauwesen, Lebensmitteltechnologie und Bioprozesstechnik), Franziska Baumann (Ernährungswissenschaften und Lebensmittelchemie), Benjamin Franklin Meyer (Forstwissenschaften und Ressourcenmanagement) sowie Fabian Sauter (Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung). (ft)

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