„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Das enttäuschte Ensemble mit (hinten, v. l.) Stefan Lindenmeyer, Rosa Kittl, Reinhard Ziegltrum, Julia Fuchs, Oliver Hellinger sowie (vorne, v. l.) Gabriela Priller, Georgine Widmann, Mirco Huber und Heike Krell. 

Im Gespräch mit Kirchdorfer Laienspielern

Theaterpremiere in Kirchdorf fiel Corona zum Opfer: „Eine Entscheidung, die weh getan hat“

Wie geht es Laienspielern in der Coronakrise? Ein Verein, den es besonders hart getroffen hat, ist der Theaterverein Kirchdorf, der wenige Tage vor der Premiere gezwungen war, abzusagen. 

Kirchdorf – Kulturschaffenden hat Corona übel mitgespielt. Denn wo sollten die Sänger, Musiker, Theaterspieler – beruflich oder ehrenamtlich – ihre Leidenschaft leben, wenn ihnen doch die Pandemie aller Bühnen beraubt hat? Den Theaterverein Kirchdorf hat es dabei besonders hart getroffen: Ein paar Tage vor dem Lockdown haben sie die Absage ihres diesjährigen Stücks verkünden müssen. Das FT hat sich mit dem 2. Vorsitzenden Oliver Hellinger und seiner Vorstandskollegin, Schriftführerin Gabriela Priller, über die Laienspieler in der Corona-Krise unterhalten.

Die offizielle Ausgangssperre galt ja zur Premiere am 13. März noch nicht. Wie schwer haben Sie sich die Absage gemacht?

Die Entscheidung, dass wir unsere Aufführungen aufgrund von Corona absagen, fand gemeinsam mit unserer fünfköpfigen Vorstandschaft, mit Schuhbauers Tenne und Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck statt. Es war eine sehr schwere Entscheidung. Grundsätzlich muss man sagen, dass keines der Mitglieder, insbesondere der Schauspielerinnen und Schauspieler, die über vier Monate ihre Texte gelernt hatten, davon begeistert waren, das Stück abzusagen. Jedoch waren wir der einstimmigen Meinung, dass es die verantwortungsvollste Entscheidung war.

Wie war daraufhin die Stimmung im Ensemble?

Große Enttäuschung machte sich noch am selben Abend, besonders in unserer Whats-App Gruppe, breit. Am darauffolgenden Tag haben sich alle Beteiligten getroffen und wir haben in aller Ruhe über die gefallene Entscheidung gesprochen und alle hatten Verständnis, was jedoch die Enttäuschung in den Gesichtern nicht verschwinden ließ. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir ein klasse Team sind, bei dem jeder dazuhilft und sich jeder versteht. Darauf sind wir besonders stolz und denken, dass uns das auch ausmacht.

Was haben Sie getan, um Ihre Spieler bei Laune zu halten?

Wir sind ein so eingespieltes Team, dass wir inzwischen wissen, wie der jeweils andere tickt. So brauchten manche etwas Abstand und andere lachten schon am nächsten Tag wieder – beim mühseligen Abbau der jetzt ja nicht mehr benötigten Bühne.

Welches Stück war den eigentlich geplant?

Es heißt „Stirb schneller Liebling“ von Hans Schimmel. Jede Rolle war so passend und wurde daher von unseren SchauspielerInnen perfekt verkörpert. Schade!

Und wann wird es jetzt zu sehen sein?

Das ist noch nicht final entschieden, da werden alle Mitglieder eingebunden.

Bringt das alles Ihre Pläne durcheinander? War für kommendes Jahr nicht eigentlich schon etwas anderes geplant?

Unsere Pläne bringt das nicht unbedingt durcheinander, da wir das Stück für das kommende Jahr erst im Sommer auswählen und dabei gezielt unsere Mitglieder integrieren und so die Rollen den einzelnen Spielern bestmöglich zuordnen. Eine Möglichkeit wäre es daher, das ausgefallene Stück einfach 2021 zu spielen. Darauf wollen wir uns jetzt aber noch nicht festlegen. Vielleicht würde sich das Stück auch einmal für ein Sommerfest oder eine Freilichtbühne anbieten. Das wird in den kommenden Monaten bei einem unserer Stammtisch-Treffen in einem örtlichen Biergarten zusammen besprochen. Für alle, die aber immer Up-to-date sein wollen, was unsere Termine und geplanten Stücke angeht, können wir unsere Website www.theater-kirchdorf.com und unseren Instagram-Account „theatervereinkirchdorf_ev“ wärmstens empfehlen. Dort finden sich auch jede Menge Fotos von alten Aufführungen und von den Proben.

Nun ist ja die Maskenpflicht bei Kulturveranstaltungen in Bayern gefallen. Finden Sie das gut oder unvorsichtig?

Sicherlich werden durch diese Maßnahme die bayerischen Kulturveranstaltungen wieder großzügiger besucht werden, was die Vereine und Co. wieder fördert. Jedoch sollte niemand zum jetzigen Zeitpunkt den Ernst der Lage unterschätzen. Das bedeutet, die Maske sollte nur am Sitzplatz abgenommen werden und die Mindestabstände müssen eingehalten werden, um uns alle zu schützen.

Hat Corona Ihrem Verein auch finanziell etwas gekostet? Oder „nur“ Nerven?

Ja, leider traf uns der Ausfall auch finanziell. Da wir bereits Ausgaben für beispielsweise Requisiten, Textbücher, Miete und Heizkosten für unsere Probebühne, sowie für eine neue Lichtanlage hatten. Dem können wir kaum Einnahmen gegenüberstellen, da die meisten Karten zurückgegeben wurden und wir das Geld selbstverständlich ausgezahlt haben.

Treffen Sie sich schon wieder zum Proben?

Nein. Die ersten Proben finden bei uns erst wieder ab November statt. Jedoch sind wir es gewohnt, uns mindestens jeden Monat einmal zum Stammtisch zu treffen, was dieses Jahr erst einmal im ganz kleinen Rahmen stattfinden konnte. Wir hoffen, dass wir diese Tradition bald wieder aufnehmen können.

Wann ist für Sie persönlich die Corona-Pandemie überstanden?

Corona wird ein ständiger Begleiter bleiben, nur werden wir im Laufe des nächsten Jahres wieder ganz normal leben können, sprich ohne Maske, ohne Abstand und Begrenzungen. Nur das dauert eben noch eine ganze Zeit – und je vorsichtiger jeder Einzelne von uns ist, umso schneller wird dieser Zeitpunkt erreicht werden.

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