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Ein hellauf begeistertes Premierenpublikum konnte gar nicht genug kriegen von dem, was die Laienspieler da auf die Bühne brachten.

Theaterpremiere in Kirchdorf

Ein Abend mit viel bäuerlichem Sexappeal

Kirchdorf - Der Theaterverein Kirchdorf landete nach „Frühlingserwachen“ im vergangenen Jahr mit dem Dreiakter „Alles Bauerntheater“ einen weiteren komödiantischen Hit. Das Premierenpublikum jedenfalls war am Freitag in der Tenne beim Oberwirt hin und weg.

Die Handlung ist vom Prinzip her simpel. Der Bauer Alfons (Christian Glatschke) will der neuen Bedienung vom „Oberwirt“ an die Wäsche und möchte die Schöne mit einer Rolle in einem selbstgestrickten Theaterstück locken. Dabei soll ihm sein Spezl, der Wittiber Heinzi (Mirko Huber) helfen. Da hat Alfons aber die Rechnung ohne sein Ehegespons Agnes (Rosa Kittl) gemacht. Die hat freilich den Braten gerochen und schmiedet mit ihrer unverheirateten, aber liebestollen Schwester Hilde (Georgine Widmann) und der sittengestrengen Pfarrersköchin (Heike Krell) einen Plan gegen die Machenschaften des Bauern.

Da wird’s dann im Verlauf des Abends turbulent, zumal ein ziemlich gestörter Student (Oliver Helliger) das Interesse der ausgeflippten Bauerntochter (Gabriele Priller) weckt. Schließlich ist da noch der Schrotthändler Franz (Reinhard Ziegltrum), der immer wieder beim Bauern rumschnurrt und so in die Mühlen des Geschehens gerät. Im Gegensatz zum richtigen Leben happyendet das Spiel – wer sich kriegen muss, der kriegt sich. Einzig Alfons hat die A . . -karte gezogen – und dient am Ende als Sklave seiner Frau – in allen Lebenslagen.

Die Regisseure Helmut Bichlmeier und Bernhard Widmann haben das Lustspiel von Erich Koch gelungen inszeniert und die Laienspieler sind ihnen artig gefolgt. Garniert ist das Stück mit jeder Menge „bäuerlichem Sexappeal“, langen Unterhosen, zerrissenen Unterhemden und vor allem mit echter Spiellust.

Herrlich, wie vor allem Georgine Widmann als „wilde Hilde“ in ihrer Rolle aufgeht, um am Ende als seriöse Dame doch noch den Heinz Bohnsack kriegt. Rosa Kittl ist ja fast schon ein Profi auf den Kirchdorfer Brettern, die auch für Laienspieler die Welt bedeuten. Entsprechend souverän ihr Auftritt. Christian Glatschke und Mirco Huber sind als schnapselnde Freunde nicht aus diesem Spiel wegzudenken. Und Urgestein Reinhard Ziegltrum, so scheint’s, ist die Rolle des Schrotthändlers Franz auf den Leib geschrieben worden.

Letztlich war da noch das junge Paar Gabriele Priller und Oliver Helliger. Sie, zunächst der flippige Punk, er, der schusselige und schüchterne Student, verwandeln sich im Verlauf des Stücks ins jeweilige Gegenteil. Da wird fast jedes Wort, jede Geste, zum Schenkelklopfer. Das Publikum spart nicht mit Szenenapplaus. Dem Theaterverein Kirchdorf ist es wieder einmal gelungen, mit „Alles Bauerntheater“ einen kurzweiligen Theaterabend auf die Beine zu stellen – so wie man es eigentlich von den Kirchdorfer Akteuren seit Jahren gewohnt ist.

Weitere Aufführungen

Die nächsten Aufführungen sind am Mittwoch, 5. April, Freitag, 7. April, Samstag, 8. April, jeweils um 19.30 Uhr. Restkarten gibt es noch bei Getränke Steinberger unter Tel. (0 81 66) 9 94 05. 

Heinz Mettig  

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