Technisches Hilfswerk Freising

THW schlägt Brücken - jetzt auch künstlerisch

Sich mit ungewöhnlichen Anforderungen auseinanderzusetzen, ist für Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks Freising (THW) eigentlich tägliches Brot. Die Anfrage des Künstlers Andreas Peiffer an die Fachgruppe Brückenbau war jedoch etwas völlig Neues.

FreisingAndreas Peiffer plante eine von Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“ inspirierte Installation mit Bauteilen des Bailey-Behelfsbrückensystems – im dritten Stock eines ehemaligen Industriebaus in München, der sogenannten „Platform“. Eine spannende Herausforderung, die die Brückenbau-Spezialisten um Gruppenführer Florian Wigger gerne annahmen. Nach intensiven Diskussionen und Planungen vor Ort war klar: Wir können das schaffen – trotz der räumlichen und organisatorischen Einschränkungen, die sich aus der besonderen Örtlichkeit ergaben. Die sonst beim Brückenbau übliche maschinelle Unterstützung durch Autokran oder Gabelstapler war ebenso wenig möglich wie der Einsatz von Geräten mit Verbrennungsmotor. Glücklicherweise stellte sich der im Gebäude vorhandene Lastenaufzug als gerade groß genug für die Bailey-Bauteile heraus. Und für Hubarbeiten auf der Ausstellungsfläche konnte ein mobiler Portalkran angemietet werden.

Gemeinsam mit dem Künstler nahmen dann acht Helfer der Fachgruppe Brückenbau dann die Aufgabe in Angriff, die Installation nach dessen Vorstellung zu montieren. Insgesamt waren rund fünf Tonnen Material in Form von zwei je zwölf Meter langen und gut drei Meter hohen, zweistöckigen Brückenwänden zusammenzufügen. Die begrenzte Raumhöhe, teilweise durch Unterzüge, Lüftungsrohre und Beleuchtung noch weiter reduziert, führte dazu, dass der zum Anheben der vormontierten, zweistöckigen Bauelemente genutzte Portalkran immer wieder demontiert und neu aufgebaut werden musste. Beinahe jedes Element musste auf einem anderen Weg an seinen Platz gebracht und verbunden werden. Aber für jedes auftretende Problem konnten die Freisinger Helfer auch eine Lösung finden, so dass im Verlauf des Nachmittags die Installation in der vorgesehenen Weise fertiggestellt werden konnte.

Erstaunlich war für die THWler, welche besondere Wirkung die Brückenteile im abgeschlossenen Ausstellungsraum entfalteten. Eine ganz neue Erfahrung – auch für langjährige Brückenbauer.

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