Kohlenmonoxid: Mann stirbt nach Grillfest

Allershausen - Schon wieder hat ein Holzkohlegrill für einen tragischen Todesfall gesorgt: Ein 40 Jahre alter Mann aus dem Allershausener Ortsteil Göttschlag ist nach einer Grillfeier mit Freunden ums Leben gekommen. Er starb an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Die Nachbarn reagierten schockiert.

Die Schreckensnachrichten reißen einfach nicht ab: Es ist keine drei Wochen her, dass in Lerchenfeld ein 43-jähriger Familienvater und seine erst zehnjährige Tochter den Tod gefunden haben. Nach einer Silvesterfeier hatten sie ihren Grill samt glimmender Kohle in ihre Wohnung verfrachtet, wo sich dann das tödliche Kohlenmonoxid ausbreitete.

Jetzt hat ein ähnlicher Fall den Allershausener Ortsteil Göttschlag erschüttert: Ein 40 Jahre alter Mann hatte Freunde am Freitagabend zu einer Feier eingeladen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord gestern Vormittag mitteilte, saß man in der Garage zusammen – gegrillt wurde jedoch im Freien. In der Nacht, es muss gegen 3.40 Uhr gewesen sein, wollte der Gastgeber nach der Party seine Garage aufräumen. Am Morgen fanden Bekannte, die möglicherweise in dem Haus übernachtet hatten, den 40-Jährigen tot auf dem Boden liegend. Der sofort alarmierte Notarzt versuchte noch, den Mann zu reanimieren – doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Die Todesursache steht bereits fest: Eine Obduktion habe laut Polizei ergeben, dass der Verstorbene „eine weitaus überhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid im Blut“ hatte. Den Ermittlungen der Kripo Erding zufolge, wurde der Holzkohlegrill nicht abgelöscht und stattdessen zum Abkühlen in die geschlossene Garage gestellt. „Die entstandenen Gase führten letztlich zum Tod des Mannes.“ Besonders tragisch: Die 33 Jahre alte Ehefrau des Verunglückten war in dieser Nacht nicht zu Hause, bestätigte ein Polizei-Sprecher.

Die Nachbarn der Familie können ihre Trauer schwer in Worte fassen: „Es ist schrecklich, was da passiert ist. Es tut mir auch unendlich leid um die arme Ehefrau“, sagt eine 49-jährige Anwohnerin. „Das sind doch so nette Menschen – überall beliebt, einfach gute und überaus liebe Nachbarn.“ Vor etwa zwei Jahren sind die Eheleute nach Göttschlag gezogen. Sie hatten gebaut, seien erst im vergangenen Jahr mit der Terrasse fertig geworden. „Die beiden haben auch ein kleines Richtfest gefeiert“, erzählt die Nachbarin weiter. „Wir haben uns doch alle gut verstanden. Es ist unfassbar.“

Betroffen zeigte sich auch Allershausens evangelischer Seelsorger Heinz Winkler. Er war am Samstag vor Ort, als es galt, der Frau des Unfallopfers zur Seite zu stehen: „Dazu bedurfte es keiner Worte“, erklärte Winkler die Stunden des Trostes. Die Frau stand unter massivem Schock. „In solchen Fällen geht es einfach darum, dass ein Mensch für einen anderen da ist.“ Heinz Winkler wird der jungen Witwe neben deren Verwandten auch über die Zeit der Beerdigung hinaus beistehen: „Das ist doch selbstverständlich.“

Bestürzt zeigte sich gestern Allershausens Gemeindechef Rupert Popp: „Ich habe von der ganzen Sache nichts mitbekommen.“ Sein Mitgefühl gelte vor allem der Witwe des 40-Jährigen. Der Bürgermeister: „Angesichts der Tragödie in Freising und jetzt in Göttschlag müssen die Bürger aufgerüttelt und ganz massiv auf diese Lebensgefahr hingewiesen werden, die von nicht gelöschten Holz- sowie Holzkohle-Feuern in geschlossenen Räumen ausgehen.“

Von Michael Leitner und Wolfgang Schnetz

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