60 Meter breit, 80 Meter lang: Bürgermeister Johann Stegmair sprach sich klar für das große Projekt aus. FOTO: Fischer

Tolle Idee, die ins Wasser fallen könnte

Hohenkammer - Alle Bemühungen, im Ort einen Supermarkt anzusiedeln, sind bisher fehlgeschlagen. Jetzt tat sich überraschend eine Chance dazu auf.

Bürgermeister Johann Stegmair zeigte sich hochzufrieden mit der Entwicklung. „Es ist ein Teil, der der Gemeinde noch fehlt“, urteilte er über die Pläne eines Investors, der nach der Tankstelle an der B 13 Richtung Niernsdorf einen Supermarkt plant. Es lag ein Antrag für einen Bebauungsplan vor, der ein Gebäude von 60 x 80 Meter auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück vorsieht. Der Rathauschef sprach sich klar für das Projekt aus.

Es gab aber auch andere Stimmen im Gemeinderat. Die verwiesen auf die Oberflächenwasserproblematik und darauf, dass sie das Grundstück für sensibles Terrain halten. Sie warnten vor Hochwasser bei Starkregen. Nicht gerade gut für die Anwohner, urteilten die Kritiker. Ferdinand Rottmair zog einen bildhaften Vergleich und sprach von „einem großen Klotz in einer Badewanne“, der weit herausrage und quasi alles andere verdränge. Franz Josef Müller schlug deshalb vor, einen Graben um das ganze Gebiet zu ziehen, und „nicht bloß das kleine Eckerl“ in die Betrachtungen miteinzubeziehen.

Stegmair verwies jedoch darauf, dass es „einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ und „ein Wasserrechtsverfahren“ geben werde. Das sei auch notwendig, argumentierte er. Man wolle nichts „übers Knie brechen“, aber die notwendigen Schritte für ein Genehmigungsverfahren einleiten. „Von unserer Seite gibt es keine Einwände, dem zuzustimmen“, sagte er zu dem Antrag. Dem Argument, dass es bei den Anwohnern zu einer Verschlechterung ihrer Situation kommen könne, widersprach Stegmair. „Weil es nicht ohne Wasserrechtsverfahren gehen wird“, versicherte er.

Unterstützung erhielt der Rathauschef von Leo Hermann. „Ein Segen für alle im Ort“, sagte er und stellte fest, dass der Markt sogar „fußläufig“ erreichbar sei. Franz Josef Müller sah das anders. Von Fußläufigkeit könne keine Rede sein. Wohl eher davon, dass die Leute den Supermarkt vorwiegend mit dem Auto anfahren würden.

Johann Bernhart stellte sich „als Verfechter für etwas Kleineres im Ort“ dar. In etwa so etwas, wie man im Wohn- und Geschäftshaus der Gemeinde vorgehabt hätte. Es sei nicht ganz einfach „ja zu sagen“, das Ganze komme „jetzt relativ schnell“, gab er zu bedenken

Susanne Hartmann wollte indes wissen, wie das Projekt eigentlich zustande gekommen ist. Stegmair erklärte, das Grundstück sei bereits erworben. Auf Erbpachtbasis, wie er verriet. Der Investor werde sich einen Marktbetreiber suchen, teilte der Rathauschef auf Anfrage mit.

Sorgen, dass der Bau die geplante Ortsumfahrung beeinträchtigen könnte, teilte der Rathauschef ebenfalls nicht. Genau so wenig wie die Meinung, man sollte das Thema vielleicht besser über die Feiertage sacken lassen und später eine Entscheidung fällen. „Das Vorhaben stört die Ortsumfahrung nicht“, erklärte Stegmair und plädierte dafür, doch die Voraussetzungen zu schaffen. „Grundsätzlich zustimmen“, lautete seine Empfehlung für einen von der Verwaltung vorbereiteten Beschluss. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag mit zwei Gegenstimmen.

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