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Ein Sozialdemokrat von echtem Schrot und Korn: Ewald Schurer (63) ist am Woc henende überraschend gestorben.

Trauer um den SPD-Betreuungsabgeordneten Ewald Schurer (63)

Einer, auf den man sich verlassen konnte

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Auch im Landkreis Freising herrscht tiefe Trauer über den Tod des SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer. Der 63-Jährige, der auch als Betreuungsabgeordneter für den Landkreis Freising zuständig war, starb in der Nacht zum Sonntag in seinem Haus in Ebersberg. Er hinterlässt vier Kinder.

Landkreis – Über die Todesursache Schurers gab es am Sonntag und Montag keine näheren Angaben. Nach Informationen der Ebersberger Zeitung lag Schurer tot im Bett, als ihn seine Lebensgefährtin am Morgen wecken wollte. Noch am Samstag hat er nach Angaben aus SPD-Kreisen Termine absolviert. Die Bayern-SPD entsprach der Bitte der Hinterbliebenen, vorerst keine weiteren Auskünfte zu erteilen. Seine Lebenspartnerin schrieb auf Facebook: „Der schlimmste Tag in meinem Leben: Mein geliebter Mann und Partner ist gestorben.“

Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen sagte: „Die Nachricht vom Tod Ewald Schurers bestürzt uns zutiefst und erfüllt uns mit unglaublicher Trauer. Mit ihm verlieren wir einen Sozialdemokraten aus echtem Schrot und Korn. Er war eine prägende Figur der Bayern-SPD in den vergangenen Jahren.“ Schurer trat 1972 in die SPD ein und engagierte sich zunächst bei den Jusos, deren Vorsitzender er in Südbayern von 1972 bis 1985 war. 

„Er war ein politischer Freund von mir. Ein Mann ,auf dem man sich immer verlassen konnte“, kommentierte Freisings SPD-Stadtverbandsvorsitzender Markus Grill betroffen den Tod Ewald Schurers. Viele Jahre habe man Politik gestaltet. Umso mehr betroffen sei Grill: „Ich kann mir ehrlich gesagt die regionale SPD ohne ihn derzeit gar nicht vorstellen.“

Nach der Volksschule hatte Ewald Schurer eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und war dann zunächst als Disponent bei BMW und später als Kundenberater bei der Dun & Bradstreet Deutschland GmbH tätig. Auf dem zweiten Bildungsweg hatte er 1978 das Abitur abgelegt und sein Studium an der Fachhochschule 1988 als Diplom-Betriebswirt (FH) beendet.

Bei der Bundestagswahl 1998 zog der Ebersberger über die Landesliste seiner Partei erstmals ins Parlament ein. In eine private Krise geriet er, als er vier Jahre später den Wiedereinzug nicht schaffte, sich beruflich neu orientieren musste und seine Ehe zerbrach. Schurer machte sich als Kommunikationsberater selbstständig, bis er 2005 wieder in den Bundestag gewählt wurde, dem er von da an ununterbrochen angehörte.

Auch in der Partei machte Schurer, der als fleißiger Arbeiter galt, der das Ohr sehr nahe an den Menschen hatte, Karriere. Von 2009 bis heuer war er stellvertretender Vorsitzender der bayerischen SPD, von 2003 bis 2017 Vorsitzender der oberbayerischen SPD. Hier erlebte Schurer im Mai dieses Jahres eine herbe Niederlage, an der er bis zum Schluss knabberte. Er wurde beim Bezirksparteitag in seiner Heimatstadt Ebersberg abgewählt und musste mit Florian Ritter einem jüngeren Politiker Platz machen. Schurer war stinksauer und warf den Genossen damals in ersten Reaktionen Undankbarkeit vor. Mit seiner Bilanz war er dennoch zufrieden: „In meinen 14 Jahren als Bezirksvorsitzender habe ich aus einem subalternen Verein eine moderne Partei gemacht.“

Als Anwalt des kleinen Mannes behält Freisings Alt-OB Dieter Thalhammer den Verstorbenen in Erinnerung: „Man hat sich auch mit kleinen Bürgerangelegenheiten an ihn werden können. Und die wurden von ihm schnell bearbeitet.“ Maßgeblich sei Ewald Schurer im Kampf gegen die dritte Startbahn aktiv gewesen. Thalhammer: „Er hat seinerzeit eine Anhörung zu dem Thema im Bundestag initiert, wo wir als Betroffene unsere Perspektiven klarlegen konnten.“ Schurer sei als Betreuungsabgeordneter „beispielgebend“ gewesen.

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