Breitband-Ausbau 

Au bekommt DSL-Versorgung zum Schnäppchenpreis

Au/Hallertau - Knapp 58.000 Euro muss der Markt Au investieren, dann ist die Gemeinde flächendeckend mit Glasfaser versorgt. Ein Traumergebnis, mit dem niemand gerechnet hat.

„Ich bin überglücklich“, sagte GoL-Marktrat und „DSL-Fetischist“ Klaus Stuhlreiter am Dienstag im Gemeinderat, als Michael Räbiger von der Firma Corwese die eingegangenen Angebote zum DSL-Ausbau präsentierte. Für gemeindliche Investitionskosten von knapp 58.000 Euro „wird das Gemeindegebiet flächendeckend mit Glasfaserstrecken der Telekom versorgt“, berichtete der Breitband-Experte. „Für dieses Geld sind Sie traumhaft gut versorgt.“

Gerade einmal fünf Jahre ist es her, da hatte das Telekommunikationsunternehmen kein Interesse an einem DSL-Ausbau in Au – und entsprechend auch kein Angebot abgegeben. Nun also die Wende. „Wir hätten nicht geglaubt, dass sich der Markt so ändert“, versuchte Räbiger die Gründe für das Top-Angebot zu erklären. Weil das Unternehmen „Probleme in den Ballungsräumen“ habe, setze die Telekom nun auf den ländlichen Bereich. „Sie möchte dringend den Kunden haben“, so Räbiger – und deshalb gut 1,2 Millionen Euro in den Gemeindebereich investieren.

In den Ortsteilen sollen demnach 22 neue DSLAMs (Vermittlungsstellen) errichtet und fünf Kabelverzweiger mitversorgt werden, was eine Datenübertragungsrate mit bis zu 100 Mbit/s ermöglicht. In den Gewerbegebieten erhalten 35 Gebäude direkte Glasfaseranschlüsse und werden so mit 200 Mbit/s erschlossen. „Das Erschließungsgebiet ist damit zu 98 Prozent und mindestens 30 bis 200 Mbit/s versorgt“, erklärte Räbiger. Insgesamt profitieren von diesem Ausbau 2335 Haushalte, wovon 1198 mit 30 bis 200 Mbit/s versorgt werden.

Die Gesamtkosten belaufen sich pro Gebäude auf zirka 160 Euro, etwa 48 Euro pro Gebäude werden von der Gemeinde übernommen. „Die Kosten sind extrem erfreulich“, sagte der Breitband-Experte. Schließlich hatte man einst mit Investitionskosten weit im sechsstelligen Bereich gerechnet. An Fördergeldern werden „nur“ gut 133.000 Euro abgerufen. Räbiger zeigte sich von dem Ergebnis begeistert: „Es gibt keinen, der nicht davon profitiert.“ Mehr noch: „Mit dieser Technik kommen Sie locker zehn Jahre zurecht“, kündigte er an.

In einem nächsten Schritt müssen nun die Formalitäten erledigt werden: Am 15. März soll der Vertragsabschluss stattfinden. Zwölf Monate später sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, so dass dann endlich die Sektkorken knallen können. Für Bürgermeister Karl Ecker geht dann ein „langer Kampf“ zu Ende. Und auch den Gemeinderäten war die Freude über den gelungenen Coup anzusehen. Einstimmig wurde beschlossen, das Angebot der Telekom, dass sich nach eingehender Bewertung in den Bereichen Wirtschaftlichkeitslücke, Endkundenpreis, Erschließungsgrad, Service-Konzept und Co. gegen einen Mitbewerber durchgesetzt hat, anzunehmen. Auch der Finanzierungsplan der Gemeinde, der die Einstellung von jeweils 30.000 Euro in den Haushalt 2016 und 2017 vorsieht, wurde ohne Gegenstimme beschlossen.

Andrea Hermann

Rubriklistenbild: © dpa

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