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In der Wärmestube gibt es immer ein warmes Plätzchen für Bedürftige.

Bilanz bei Polizei und Klinikum

Trotz frostigen Temperaturen: Nur einer war stark unterkühlt

Der Landkreis bibbert. Seit Tagen herrschen ungewohnt niedrige Minusgrade und ein scheinbar nie enden wollender Kältemantel hat sich über das Land gelegt. Ein paar Minuten im Freien – eine Horrorvorstellung für viele. Warme Plätze gibt es für die Bedürftigen aber offenbar genug.

Freising Handschuh, Mütze, Schal – ohne die geht in diesen Tagen keiner vor die Tür. Wie auch, herrschen draußen beinahe unmenschlich frostige Bedingungen. So manch einer kann es sich dennoch nicht aussuchen und ist den Temperaturen ausgeliefert, was leider unschöne Folgen haben kann. Zum Glück gibt es Institutionen, die dem entgegenwirken und im Notfall helfen.

Zum Beispiel die Wärmestube in Freising hat alle Hände voll zu tun, doch ein warmes Plätzchen ist immer frei – für solche, die nicht die Möglichkeit dazu haben, sich ein eigenes zu finanzieren. Zwar ist es aus kostentechnischen Gründen nicht möglich, einen Schlafplatz für Bedürftige anzubieten, jedoch erhalten die Menschen dort ein warmes Essen und einen Ort, an dem sie wenigstens ein paar Stunden der bitteren Kälte entfliehen können. Erhöhten Zulauf könne man jedoch derzeit nicht verzeichnen. Den Grund kennt Sabine Hallerberg, 2. Vorsitzende der Wärmestube: „Bereits vor einigen Wochen haben sich die meisten einen sicheren Ort gesucht, an dem ihnen die Kälte nicht viel anhaben kann.“

Im Klinikum Freising ist von der Kältewelle ebenfalls kaum etwas zu spüren. „Am Montag wurde ein Obdachloser vom Flughafen München zu uns ins Krankenhaus gebracht. Er war stark unterkühlt und ist auch noch bei uns in Behandlung. Mittlerweile ist er aber auf dem Weg der Besserung“, erklärt Christoph Wenzel, Pressesprecher des Klinikums Freising. Abgesehen von diesem Vorfall gab es in der örtlichen Notaufnahme die letzten Tage glücklicherweise keine kältebedingten Notfälle.

Gute Nachrichten gibt es von der Freisinger Polizei: Noch kein einziger Anruf bezüglich eines unterkühlten Bedürftigen ist eingegangen, erklärt Vize-PI-Chef Michael Ertl – trotz der ungewohnt frostigen Minustemperaturen. Und ein Ende sei ja laut Wetterbericht auch bald in Sicht. Bereits am Wochenende habe man nur noch um die minus zwei Grad, kommende Woche gar schon wieder Temperaturen im Plusbereich.

Im Dienstbereich der PI Moosburg gab es diesbezüglich ebenfalls keine Notfälle. Lediglich ein am Boden liegender Alkoholisierter, der frühmorgens von einem aufmerksamen Bürger im Stadtgebiet entdeckt wurde, sorgte für einen Einsatz. Nachdem jedoch geklärt war, dass der Gesundheitszustand des Mannes nicht gefährdet war, wurde dessen Bekannter verständigt, der schließlich dafür sorgte, dass der Alkoholisierte sicher nach Hause kam. „Dadurch, dass er rechtzeitig entdeckt wurde, kam es nicht zur Unterkühlung“, erklärte Christian Bidinger, Polizeichef in Moosburg. Auch ansonsten sei die Dreirosenstadt von Kälteopfern verschont geblieben.

Lena Stumpe und Lena Hrodek

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