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Trotz hoher Preise: Wohnungen sind in Freising Mangelware

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Landkreis - Die Mieten in Bayern brechen alle Rekorde. Diese Nachricht ist auf Freising nur bedingt übertragbar: Hier gibt es sozusagen die traditionelle „eine gute und eine schlechte Nachricht"-Situation: Die Mieten sind nicht stark gestiegen, sondern waren einfach immer schon fast auf München-Niveau.

Dr. Volker Zinkernagel, der Vorsitzende des Mietervereins Freising, hat folgende Zahlen von Neuvermietungen in den letzten Monaten: 9,60 bis zehn Euro pro Quadratmeter kostete eine Wohnung unter 50 Quadratmetern, einen Durchschnitt von 7,64 Euro ermittelte man als Kaltmiete für Wohnungen über 50 Quadratmeter. Dazu kommen dann noch „ungefähr ein Drittel“ Nebenkosten. „Es geht bis 25 Euro“, weiß der Mietfachmann, und „wir lagen immer schon ziemlich hoch im Vergleich zu den Nachbarn. Nur in München sind die Preise in etwa einen Euro höher.“

Grund für die stetig hohen Mietpreise sind für ihn die hohe Nachfrage an Single-Wohnungen für Studierende und beispielsweise Flugbegleiter. Aufgrund des geringen Angebots an preiswertem Wohnraum hat der Verein auch viel zu tun.

Auch die Pressesprecherin der Stadt Freising, Christl Steinhart, kann auf keinen offiziellen Mietspiegel der Stadt verweisen. Sie weiß aber, dass die Domstadt schon seit Jahrzehnten „attraktiv für Familien und Studenten“ ist. „Freising hat große Anstrengungen unternommen, moderates Wachstum zu gewährleisten“, so Steinhart, ohne ein „Münchner Trabant“ zu werden. Die beiden Kasernen-Projekte nennt sie als Beispiele für eine „Stadtentwicklung, die Neubürgern Integration ermöglicht“. Die Folge ist allerdings eine Immobilien-Verknappung. Im Rahmen des doppelten Abitur-Jahrgangs sieht auch Steinhart einen Mangel an Stundentenwohnungen im Herbst kommen. Daher ihr Appell an alle Wohnungsinhaber: „Vermieten Sie, soweit möglich, Zimmer!“

Wer übrigens im Internet nach „Mieten im Landkreis Freising“ sucht, wird verschiedenste Angebote finden: Hier kann das möblierte Appartment in Moosburg 270 Euro kosten, ein nur wenig größeres in Hallbergmoos aber 1120 Euro. Viel Eigeninitiative bleibt also weiter gefragt bei der Wohnungssuche.

Simone Goclik, Geschäftsführerin bei „Engel & Völkers“ in Freising, bestätigt: „Wir haben unwahrscheinlich viele vorgemerkte Kunden, die mieten möchten.“ Andererseits müsse man aber auch Hausbesitzern, die vermieten möchten, oft absagen, weil die Wohnungen in keinem akzeptablen Zustand seien. „Preis und Leistung müssen aber passen“, fordert Goclik.

Gut zu wissen:

Wer Miet-Beratung und -Hilfe von den zwei Vereins-Rechtsanwältinnen wünscht, muss sich unter Tel. 78 95 30 einen Termin geben lassen.

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