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Alle Erwartungen übertroffen

Typisierungsaktion mit Video: „Eine schöne Geste der Nächstenliebe“

„Ich möchte leben“ – eine Kampfansage, die bewegt. Das Schicksal von Tobias (10) aus Grafendorf, der an der erblichen Stoffwechselkrankheit Adrenoleukodystrophie leidet, schlug über die Landkreisgrenzen hinaus große Wellen. Die gestrige Typisierungsaktion übertraf dabei alle Erwartungen.

Rudelzhausen – Bereits eine Stunde vor dem eigentlichen Start versammelten sich die Menschen vor der Grundschule in Rudelzhausen. Kurz vor 11 Uhr reichte die Schlange vom Eingang der Turnhalle bis nach draußen auf den Bürgersteig. Alle hatten ein gemeinsames Ziel: sich registrieren zu lassen und möglicherweise ein Leben zu retten. Die einzelnen Tische in der Turnhalle, wo die Erstaufnahme aller Spender erfolgte, waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Die rund 40 freiwilligen Helfer hatten dabei gut zu tun – der Andrang der Menschen, die helfen wollten, war enorm. Doch nicht nur die Bürger aus Rudelzhausen beteiligten sich an der Aktion, auch aus den Nachbargemeinden und sogar den umliegenden Landkreisen kamen die Menschen, um die Angehörigen zu unterstützen. Am Ende waren es rund 1400 Menschen, die sich registrieren ließen.

Nicht nur für die Familie von Tobias war dieser Tag sehr emotional, auch gute Freunde und Bekannte zeigten sich gerührt von der großen Anteilnahme. „Es kommt wirklich von Herzen. Das spürt man ganz deutlich“, sagte Sabine Senger. Die enge Freundin der Familie wurde direkt über die Diagnose des Zehnjährigen informiert. „Es war und ist die reinste Hölle. Jeder, der ein Kind hat, kann es sich bestimmt gut vorstellen“, erzählte die Freisingerin. Geholfen habe, darüber zu reden. „Uns verbindet eine tiefe Freundschaft. Wir lachen und weinen miteinander. Das haben wir auch gemacht, aber natürlich auch ganz offen darüber geredet, das war sehr wichtig.“

„Alles andere rutscht in den Hintergrund“

Die Eltern zeigen sich stark: „Alles andere rutscht in den Hintergrund. Der Tagesablauf hat sich auf einen Schlag geändert. Vieles, was früher wichtig war, hat keine Priorität mehr“, erklärte die 46-jährige Freundin, die sich gestern an der Zwischenkontrolle beteiligte. Von dort aus wurden die Spender zur Blutentnahme in das angrenzende Schulgebäude weitergeschickt. Hier beaufsichtigte Dr. Anton Freilinger seine geschulten Helfer. Über 30 Spendern konnte gleichzeitig Blut abgenommen werden. „Ich habe mich sehr gerne zur Verfügung gestellt, es ist eine tolle Aktion“, meinte Freilinger. „So viele Menschen sind gekommen. Gerade in der heutigen Zeit, wo der Egoismus enorm zunimmt, eine schöne Geste der Nächstenliebe.“

Video: So viel war in Rudelzhausen los

Rund 150 Helfer beteiligten sich an der Aktion. Niemand wollte gehen, bis nicht der Letzte registriert war. Ein Zusammenhalt, der über die kommunalen Grenzen hinausgeht. „Es riefen auch völlig fremde Personen bei uns an und fragten, ob sie helfen können“, berichtete Sandra Franssen, die Tante von Tobias. Sie war überwältigt von dem Zuspruch, den sie bereits im Vorfeld der Aktion erhalten hatte. „Das ist schon ein tolles Gefühl zu sehen, wie viele Menschen heute gekommen sind. Sie opfern ja auch ihre freie Zeit.“ Eines wollte Franssen betonen: „Das Wichtigste ist, dass mit dieser Aktion nicht nur Tobias geholfen werden kann, sondern möglicherweise auch vielen anderen Betroffenen auf der ganzen Welt.“

Anna Schledzinski

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