Uns reicht’s: Gut 100 Bürger marschierten am Donnerstag durch Eching – und stoppten dabei auch so manchen Lkw. wu

Über 100 Echinger demonstrieren gegen Lkw-Verkehr

Eching - Ungewohntes Bild im Ortszentrum: Von Polizeikräften eskortiert, zogen gut 100 Demonstranten über die Hauptstraße - vorne ein Bulldog mit der Aufschrift „Lkw-Verkehr raus aus Eching!“

„Eching ohne Lkw - mei, wär des schee“, oder auch „Lkws raus - Stau weg“ war auf den Transparenten zu lesen. Guido Langenstücks Demonstrations-erfahrene Trompete lieferte ihren hörbaren Beitrag. Die friedlichen Protestierer skandierten bei ihrem Marsch mit Megaphon-Unterstützung lauthals und rhythmisch: „Stau, Stau, Lärm und Dreck, der Lkw-Verkehr muss weg!“ Da blieb mitten im Berufsverkehr natürlich nicht aus, dass sich nicht nur auf der Haupt-, sondern auch an allen Zubringerstraßen lange Staus bildeten - gewissermaßen als zusätzliche Argumentationshilfe für das vorgebrachte Anliegen.

Grundsätzlich gibt es wohl in der verkehrsgeplagten Gemeinde keine einzige Person, die die Forderung „Der Lkw-Durchgangsverkehr muss weg“ (auch tagsüber) nicht uneingeschränkt begrüßen würde. Deshalb hat sie das punktuelle politische Aktionsbündnis der Bürger für Eching (BfE), Echinger Mitte, Freien Wähler und FDP auch als Parole für ihre öffentliche Bürger-Demo ausgegeben. Die Initiative ging von den BfE aus, die mit einem Rundschreiben alle politischen Gruppierungen zur Teilnahme an der Demo eingeladen hatten, um eine breite Basis zu erhalten. CSU, SPD und Grüne sagten aus unterschiedlichen Gründen ab.

Bei einem Zwischenstopp am Waaghäusl kam es zu einer Kundgebung durch die Vertreter der vier teilnehmenden Gruppierungen. Übereinstimmung herrschte bei den Rednern, Irena Hirschmann (Bürger für Eching), Otmar Dallinger (Freie Wähler), Berthold Manke (FDP) und Bertram Böhm (Echinger Mitte), dass es notwendig sei, „auf der Straße“ ein solidarisches Zeichen des kollektiven Unmuts zu setzen. So kann der Forderung nach einem Lkw-Durchfahrtverbot mehr Nachdruck verliehen - und damit auch die Rathauspolitik der kleinen, strategischen Schritte angeschoben werden. Das vorherrschende Gefühl bestand darin, dass Bürger und Politiker an einem Strang ziehen. Von den beteiligten Gruppierungen wurde mehrfach betont, dass dies der Grundstock einer guten politischen Zusammenarbeit in Eching sein könnte.

Gleichfalls kurz das Wort ergriff Professor Gottfried Pfeiffer, Sprecher der BI „Lkw raus aus Eching“, gewissermaßen schon vor acht Jahren die Keimzelle aller lokalen Bürgerinitiativen. Pfeiffer freute sich riesig, wie stark die Protestbewegung inzwischen geworden ist.

Strategisches Ziel der Demo war das Rathaus, wo Bürgermeister Josef Riemensberger eine Liste mit 718 Unterschriften für eine Lkw-Durchfahrtssperre erhielt. Diese soll an die für die Staatsstraße zuständigen Behörden an Landratsamt und Bezirksregierung weitergeleitet werden, was Riemensberger gerne zusagte. BfE-Vorsitzende Sylvia Jung machte deutlich, dass diese Demo definitiv nicht das Ende der Fahnenstange sei: „Es geht weiter.“

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