Belastung im Flughafen-Umfeld

Ultrafeinstaub-Debatte: Bürgerverein will noch mehr messen

Die Belastung durch Ultrafeinstaub im Flughafen-Umfeld war bei der Versammlung des Bürgervereins Freising das große Thema. Die FMG wurde kritisiert – und auch MdB Erich Irlstorfer nahm man ins Kreuzfeuer.

Freising – Extrem klein, extrem leicht und sie fallen trotzdem extrem ins Gewicht für unsere Gesundheit, hieß es bei der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Freising am Montag im Grünen Hof. Wie hoch die Belastung durch Ultrafeinstaubpartikeln in der Region ist, zeigen die jüngsten Messungen, die der Bürgerverein Freising vor kurzem durch geführt hat. Die beiden Vorsitzenden Reinhard Kendlbacher und Wolfgang Herrmann hielten den Aussagen der Flughafen München GmbH, sie sei „im Einsatz für gute Luft“, die Ergebnisse ihrer Untersuchungen entgegen. Unterstützt durch Spenden konnte der Verein einen Partikelzähler für ultrafeine Stäube anschaffen. Damit habe man am 4. Februar auf einer Strecke zwischen Freising, Neufahrn und Fahrenzhausen die Kleinstpartikel pro Kubikzentimeter Luft gemessen. 22 000 davon habe man ermittelt. Die Grundbelastung liege bei 2500 bis 3500 Kleinstpartikel pro Kubikzentimeter.

Auch beim Familienfest in Attaching, das anlässlich des zwölften Geburtstags des Widerstands stattfand, hat der Bürgerverein gemessen. In einem Zeitraum von knapp vier Stunden habe man Spitzenwerte von 33 000 Partikel ermittelt. Der Verein will sich bald ein zweites Messgerät anschaffen. Damit könne dann die Abhängigkeit von Windrichtung und -stärke noch besser ermittelt werden. Außerdem wolle man damit auch den Bitten von Bürgern nachkommen, in deren privatem Umfeld zu messen.

Denn nach einem Vortrag von Professor Thomas Münzel, Kardiologe an der Universitätsklinik Mainz, zum Thema „Fluglärm macht krank“ am 16. Mai in der Freisinger Luitpoldhalle, hätten sich solche Anfragen gehäuft, ließ Herrmann wissen. Die FMG wisse sehr wohl, was sie ihren Nachbarn „über den Zaun wirft“, war man sich bei der Versammlung einig. Statt jedoch die gesundheitlichen Folgen des Flugverkehrs zu erfassen und zu handeln, „täuschen die Flughafenbetreiber in Hochglanzprospekten vor, sie tun etwas für gute Luft“, erklärte Herrmann. An den drei Messstationen der FMG werde indes nur der Feinstaub gemessen, nicht aber Ultrafeinstaub – denn dafür gebe es keine gesetzlichen Grenzwerte.

In einem offenen Brief an Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer (CSU) hatte der Bürgerverein diesen darauf hingewiesen, dass mit dem Bau der dritten Start- und Landebahn die Negativauswirkungen der Kerosinverbrennung noch näher an die Stadtgrenze heranrückten. Leider habe man keine Antwort bekommen, bedauerte Kendlbacher – obwohl man im Detail auf die Gefahren eingegangen sei.

Maria Martin

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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