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Umgestürzte Bäume und Schilder

Unwetter: 120 Alarmierungen im Landkreis

Freising – Ein Unwetter mit Starkwind zog am Dienstagabend von West nach Ost über den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord.

Die Kräfte des Herbststurms sind einfach zu stark: Samt Wurzel reißt es die stattliche Weide um, der Baum kracht quer über beide Fahrbahnen der B 11 bei Schmidhausen (Gemeinde Langenbach). Man kann von großem Glück sprechen, denn in diesem Moment befindet sich kein Auto auf der Straße. Dafür staut es sich kurz darauf Hunderte Meter auf der B 11: Nichts geht mehr. Die Langenbacher Feuerwehr rückt an, schmeißt ihre Kettensägen an und fordert die Autofahrer zum Umkehren auf. Bis kurz vor Mitternacht sind die Ehrenamtlichen der Wehr mit den Aufräumarbeiten des Chaos beschäftigt. Auch auf dem parallel verlaufenden Wirtschaftsweg türmen sich Äste, dick wie Oberschenkel.

Es war kurz nach 19 Uhr, als Kreisbrandrat Heinz Fischer die Unwetterwarnung für den Landkreis auf den Tisch bekam. Als dann kurz nach 21 Uhr die Leute vor den Fernsehern den historischen Bayern-Sieg in Rom verfolgten, saß Fischer am Funkgerät. „Es waren immerhin Windgeschwindigkeiten von rund 120 Stundenkilometern angesagt“.

Bilder: Unwetter im Landkreis Freising

Als der Herbststurm über dem Landkreis loslegte, ging er letztlich „sanfter“ als prognostiziert zu Werke, berichtet der Freisinger Stadtbrandinspektor Anton Frankl: „Trotzdem ging’s ganz schön rund.“ Binnen kürzester Zeit liefen die Alarmierungen ein und die Wehren und das Technische Hilfswerk rückten aus: Rund 120 mal kamen die Motorsägen zum Einsatz. Während der Wind weiter tobte, mussten die Helfer bei starkem Regen und Böen umgestürzte Bäume, Schilder und Bauzäune von den Straßen räumen.

„Alles was nicht niet- und nagelfest war, flog uns um die Ohren“ schilderte Frankl. Das Personal seiner beiden Wachen (Hauptwache und Lerchenfeld) mussten insgesamt 55 Helfer bis gegen 1 Uhr die Ärmel hochkrempeln. Die Brennpunkte waren laut Pressesprecher Florian Wöhrl die B 11 im östlichen Stadtgebiet sowie die Kreisstraßen FS 8 (Richtung Wippenhausen), FS 9 (Richtung Haindlfing) und FS 44 (Richtung Flughafen).

Arg gewütet hatte die Böen am Veitsmüllerweg: Dort stürzte ein rund 30 Meter langer Baum auf die Fußgängerbrücke zum Kindergarten und beschädigte das Geländer schwer. Der umgestürzte Baum hatte sich fest im Eisengeländer verhakt.

Auch wenn der Regen am Dienstagabend nicht das Hauptthema war, mussten die Freisinger Wehrmänner dennoch einmal die Pumpen anwerfen. Denn ein Hausbesitzer in der Abelestraße hatte Pech. Dort gab es laut FFW „ein unglückliches Zusammenspiel“ von Sturm und Starkregen: „Über den Treppenabgang im Garten drückte es Wasser in den Keller.“

Dass es im Landkreis keinen einzigen Verletzten zu beklagen gab, das war wohl auch der Champions League-Übertragung zu verdanken: Viele saßen während des Orkans vor dem TV – anstatt hinter dem Lenkrad.

Wolfgang Schnetz und Armin Forster

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