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Land unter in Freising: Die Autos gingen im Starkregen unter.

Chaos am Montagabend

Unwetter: Autos kämpfen sich durch Wasser-Straßen

Freising/Erding - Heftige Unwetter sind über Bayern heruntergegangen. Straßen in Freising sind überflutet, Keller vollgelaufen und auch den Flughafen München hat's erwischt. Am Montagabend mussten sich einige Passagiere gedulden.

Der Flughafen München war von 17 bis 18.45 Uhr wegen des Unwetters gesperrt. Es wurden bis zu 100 Blitze gezählt, zugleich fiel starker Regen. Das brachte die Abfertigung zum Erliegen. 13 Flüge musste gestrichen werden, 15 wurden auf andere Flughäfen umgeleitet und 20 Flüge hatten nach Auskunft der Flughafen-Pressestelle bis zu einer halben Stunde Verspätung.  Der Wetterdienst hatte vor Unwettern in Bayern gewarnt.

Auch den übrigen Landkreis Erding hat es erwischt: Straßen waren mit Wasser vollgelaufen. Die Feuerwehr rückte zum Pumpen an.

Unwetter: So hat's Erding erwischt

Unwetter: So hat's Erding erwischt

Landunter auch in Freising: Gegen 17.30 Uhr ging es los. Erst verdunkelte sich der Himmel, und dann kam der Regen. Der wurde immer heftiger. So heftig, dass innerhalb kurzer Zeit viele Straßen im Freisinger Stadtgebiet überflutet waren. Nichts ging mehr, zum Beispiel an der Korbinianskreuzung. In der Senke dürften sich an die 30 Zentimeter Wasser angestaut haben.

Die Folge: Ein Pkw blieb in den Wassermassen liegen. Abgesoffen im wahrsten Sinn des Wortes. Andere Pkw-Lenker wollten daraufhin zum Großteil in die Landshuter Straße einbiegen – das Chaos und der Stau waren perfekt. Wer sich langsam bis zum Hofbrauhaus und weiter bis zum Mainburger Berg durch die Fluten vorgekämpft hatte, kam sich vor wie in einem Wildwasser: Zentimeter hoch schossen den Autofahrern die Wassermassen sturzbachartig vom Berg her und aus den Einfahrten entgegen. Ein ähnliches Bild in der Saarstraße: Auf einer Länge von 50 Metern war diese überflutet, Pkw konnten sich nur langsam ihren Weg bahnen. 

Unwetter: So hat's Freising erwischt

Unwetter-Fotos aus Freising

Das gleiche Bild bot sich in vielen anderen Straßen. Freising war von den Auswirkungen des Unwetters besonders stark betroffen. Von 25 Einsätzen in Oberbayern Nord entfielen zwischen 16 und 18 Einsätze auf die Domstadt, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Verkehrsunfälle habe es aber keine gegeben.

Trotzdem hatten Polizei und Feuerwehr allerhand zu tun. Sie mussten einige Straßen sperren. Denn durch die Wassermassen wurden Gully-Deckel nach oben gedrückt. Die dadurch entstandenen Löcher stellten eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Auch zahlreiche Keller waren vollgelaufen – und Tiefgaragen. Zum Beispiel die bei der Caritas in der Bahnhofstraße. Besonders ärgerlich: Erst vor rund zwei Wochen hatte man hier die Schäden des Hochwassers von 2013 endgültig behoben.

Die Freiwillige Feuerwehr Freising war am Montag insgesamt mit 15 Fahrzeugen und zirka 60 Mann im Einsatz. Das THW war mit fünf Wagen und 30 Helfen ausgerückt. Bis 20 Uhr wurde die FFW zu 45 Einsätzen gerufen, berichtete Stadtbrandinspektor Anton Frankl. Hauptsächlich wegen vollgelaufener Keller.

In Langenbach war wohl nach einem Blitzeinschlag zwischenzeitlich der Strom weg gewesen, unter anderem war die Tankstelle an der B 11 außer Betrieb. Viele Straßen erinnerten mehr an reißende Flüsse voller Dreckbrühe als an geteerte Straßen.

Voll getroffen hat das Unwetter auch das Uferlos-Festival: „Im Freisinger Bank Zelt kann man jetzt schwimmen“, sagte Michi Kasper kurz nach 18.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war zum Glück das Unwetter schon fast vorbei. Und Kasper erleichtert: „Es ist nichts passiert, es gab keine Verletzten.“ Die Uferlos-Organisatoren haben nämlich sofort reagiert. Ständig haben sie das Wetterradar verfolgt, mit Meteorologen telefoniert. Als die Aussichten schlimmer wurden, haben die Festivalmacher schnell gehandelt: „Wir haben den Platz geräumt.“ Für die „größtmögliche Sicherheit der Besucher“, sagt Kasper. „Wir sind da lieber übervorsichtig.“

Auch das Uferlos-Festival in Freising war betroffen.

In ständigem Kontakt standen Kasper und seine Kollegen zu diesem Zeitpunkt auch mit der Stadt. Schnell war auch hier eine Lösung gefunden. Die Besucher konnten in der Luitpoldhalle unterkommen. Spontan fand sich dort auch eine Band ein, um die Gäste zu unterhalten.

Um kurz vor 19 Uhr posteten die Uferlos-Macher auf der Facebook-Seite des Festivals, dass das Gelände wieder freigegeben wurde. Dem Sparkassen- und Kaffeehauszelt konnten die Wassermassen nichts anhaben. Dort fanden am Abend wieder Veranstaltungen statt.

M ieke Meimbresse und Andreas Beschorner, mm

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