„Dieses Ergebnis ist krass“: Joe Kidd von den Simeon Soul Charger findet, dass Donald Trumps Wahlsieg ein schlechtes Licht auf die USA wirft. foto: Band-Archiv

US-Musiker Joe Kidd im Interview

Trump-Triumph: „It’s a shame“

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Freising - Seine Wurzeln hat er in den Vereinigten Staaten, doch künstlerisch gewachsen ist Joe Kidd im Landkreis Freising. Der Schlagzeuger der Band Simeon Soul Charger hat mehr als fünf Jahre in Nandlstadt gelebt. Jetzt kehrt er in seine Heimat Ohio zurück – ausgerechnet einen Tag, nachdem Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde.

-Mister Kidd, Sie haben Donald Trump als gefährlichen Menschen bezeichnet. Wie sehr trifft Sie sein Wahlerfolg?

Dieses Ergebnis ist krass, aber ich kann es besser auf Englisch erklären. (wechselt ins Englische) Für mich ist das wirklich das erbärmlichste Ereignis in der gesamten Geschichte der Vereinigten Staaten – einfach peinlich. It’s a shame.

-Sie haben Hillary Clinton Ihre Stimme gegeben?

Nein, ich habe gar nicht gewählt, weil auch Hillary Clinton keine gute Option gewesen wäre. Beide sind nur zwei Seiten der selben Medaille. Dieses Zwei-Parteien-System ist einfach eine Maschine, die sich selbst am Laufen hält. Zumindest kann ich eines sagen: My hands are clean. Das ist aber nur ein schwacher Trost.

-Hätten Sie Bernie Sanders gewählt, wenn er, statt Clinton, von den Demokraten nominiert worden wäre?

Auf jeden Fall. Für mich wäre Bernie Sanders der aufregendste Kandidat seit John F. Kennedy gewesen. Aber er ist leider bei den Vorwahlen gescheitert und damit auch meine letzte Hoffnung in diesem Wahlkampf.

-Was sagen Sie dazu, dass Trump in so vielen Staaten gewonnen hat?

Dass wir einfach einen hohen Prozentsatz an Rassisten und Sexisten im Land haben. Das wirft ein wirklich schlechtes Licht auf die USA.

-Trump will eine Grenzmauer zu Mexiko bauen. Wird er dieses „Versprechen“ wahr machen?

Nein, weil der Kongress das nicht erlauben wird. Das Traurige ist nicht, dass er diese verrückten Pläne wirklich durchsetzen kann, sondern dass so viele Menschen wollen, dass er es tut.

-Wie gehen Sie mit diesem speziellen Präsidenten jetzt um?

Ich werde ihm einen Teil meiner positiven Energien schicken, damit er das Richtige tut und uns nicht 200 Jahre in die Vergangenheit zurückkatapultiert.

-Und gerade in diesen Zeiten kehren Sie nach Ohio zurück.

Ja, aber ich komme nicht zu Donald Trump, sondern zu meiner Familie.

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