Verabschiedung: Stehende Ovationen für OB Dieter Thalhammer

Freising - Am Ende erhoben sich die Festgäste und spendeten zwei Minuten lang Applaus für Oberbürgermeister Dieter Thalhammer. Der war am Freitagabend in der Luitpoldhalle gerade zum Ehrenbürger „seiner“ Stadt ernannt worden, war darüber „fast sprachlos“ und „sehr bewegt“.

Verabschiedung: Stehende Ovationen für OB Dieter Thalhammer

„Sie bringen mich in Verlegenheit“, sagte Dieter Thalhammer. Das durfte man ihm abnehmen. Schließlich hörte er bei seiner Verabschiedung zwischen Klängen der Stadtkapelle, Burgunderbraten und Bayerisch Creme immer wieder, was er für Freising, „sein“ Freising, in den vergangenen 18 Jahren geleistet habe. Nach den Würdigungen durch Bürgermeister Rudolf und Landrat Michael Schwaiger (wir haben berichtet) bestätigte dem scheidenden Stadtoberhaupt sein Duz-Freund und Schafkopfpartner Weihbischof Bernhard Haßlberger, dass es „so selbstverständlich nicht“ sei, dass einem Oberbürgermeister der Domberg ein zentrales Anliegen sei. Als Geschenk des Erzbistums überreichte Haßlberger Thalhammer eine 200 Jahre alte Ikone und verriet: „Es ist noch etwas unterwegs. Aber in Rom dauert manches etwas länger.“

Es folgte der „doppelte Herrmann“ in Person von TU-Präsident Wolfgang Herrmann und Innenminister Joachim Herrmann. Der Erstgenannte lobte Thalhammer dafür, dass er und die Stadt „immer Flagge gezeigt und gehisst haben für die Wissenschaft“. Er sprach von einer „wunderbaren Allianz“ zwischen Campus und Kommune, was zu einem großen Teil das Verdienst Thalhammers sei. Freising sei Heimat und trotzdem „offen für die Welt“. „Das ist der Geist, der aus Freising strahlt.“

Sein Namenskollege Joachim Herrmann („Ein Herrmann reicht nicht“) bescheinigte Thalhammer: „Ihr Name ist untrennbar mit der Geschichte der Domstadt verbunden.“ Der Innenminister hatte seine Hausaufgaben gemacht, wusste, was alles unter der Ägide Thalhammers bewegt worden sei. Und Joachim Herrmann wusste auch, dass Thalhammer 1994 aus dem Posten des SPD-Fraktionsvorsitzenden heraus OB geworden sei. Mit Blick auf Thalhammers Nachfolger Tobias Eschenbacher ergänzte der Innenminister humorig: „Damals konnte man noch als Fraktionsvorsitzender einer Partei auf deren Vorschlag hin OB werden. Heute ist das ein bisschen komplizierter.“ Gelächter im Saal. Weitblick und Standvermögen habe Thalhammer ausgezeichnet, lobte der CSU-Minister und würdigte Thalhammer Verdienst, „dass der Gesprächsfaden zur Flughafen-Gesellschaft nie gerissen ist“. Als Präsent gab es einen Bayerischen Löwen.

Und auch die Bundeswehr durfte an jenem Abend nicht fehlen. Oberst Alois Hösle, der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, erinnerte an das große Engagement Thalhammers, den Standort Freising zu erhalten: „Das haben Sie wirklich toll gemacht“ - auch wenn es im Endeffekt nichts geholfen habe. Er habe ebenfalls ein Geschenk mitgebracht, so der Oberst. Weil er aber kein Innenminister sei, habe man ihm dieses am Eingang abgenommen und auf dem Präsente-Tisch platziert.

Und dann trat noch ein Genosse ans Rednerpult: Franz Maget, früher Fraktionschef der SPD und jetzt Vizepräsident des Bayerischen Landtags. Er sehe „drei herausragende Dinge in Freising - den Domberg, Weihenstephan und Dieter Thalhammer“. Am schönsten sei es mit Thalhammer gewesen, „wenn wir einer Meinung waren“. Andernfalls habe Thalhammer schon mal „hantig“ und auch „ein sturer Hund“ sein können, sagte Maget - und meinte das ganz positiv. Sein Fazit: „Du hast aus Freising eine der modernsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Städte Deutschlands gemacht.“

Selbst Gstanzlsänger Walter Vasold ging am Freitag zahm mit dem scheidenden OB um - dem „Fürstbischof von der SPD mit einem Überhangmandat zur CSU“.

Höhepunkt dieses Abends war die Verleihung der Bürgermedaille in Gold und der Ehrenbürgerwürde an Dieter Thalhammer. „Zu viel der Ehre“, kommentierte der 69-Jährige diese höchsten Auszeichnungen der Stadt. Aber er gab dann auch zu: „Ich habe mich riesig über diesen Abend gefreut.“

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