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Mehr Unfälle als 2016 hatten die Beamten der Polizei Freising im Jahr 2017 zu bearbeiten.

Landkreis-Verkehrsbilanz 2017

Verkehrsbilanz: Weniger Tote auf den Landkreisstraßen - doch Unfallzahl steigt

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Einen starken Rückgang der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang meldet Polizeihauptkommissar Josef Demmel in der Verkehrsbilanz 2017 der Polizei Freising. Die Gesamtzahl der Unfälle hingegen ist im vergangenen Jahr gestiegen – vor allem im Bereich der Wildunfälle.

Landkreis – Im Landkreis Freising ist die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle stark zurückgegangen. Im vergangenen Jahr kamen fünf Menschen ums Leben kamen. Demmel blickt zurück: „Im Jahr 2012 verunglückten bei acht Unfällen acht Verkehrsteilnehmer tödlich. Demmel: „Das Rekordtief lag im Jahr 2013 bei drei Unfällen.“ Im Jahr 2015 registrierte die Polizei fünf tödliche Verkehrsunfälle. Im Jahr 2016 mussten bei sieben Unfällen im Landkreis Freising neun Verkehrsteilnehmer ihr Leben lassen.

Im vergangenen Jahr ist die Gesamtzahl der Unfälle im Landkreis Freising um 2,3 Prozent gestiegen. Demmel: „2017 wurden insgesamt 5474 Unfälle registriert, 2016 waren es 5349 Karambolagen. In all diesen Zahlen sind die Unfälle auf den beiden Autobahnen, der A 9 und der A 92, nicht berücksichtigt.

Einen Rückgang um fast vier Prozent verzeichnete die Polizei auch bei der Anzahl der Verletzten: 2016 wurden 816 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt. Im Jahr 2017 gab es 784 Verletzte im Straßenverkehr. Mit 649 leichtverletzten Personen im Jahr 2017 (704 im Jahr 2016) registrierte die PI im Vergleich zu 2016 einen Rückgang von knapp acht Prozent.

Schwerverletzte

Bei der Anzahl der Schwerverletzten ist laut Josef Demmel im Zehn-Jahresvergleich ein gleichbleibender Trend erkennbar: Während sich beispielsweise im Jahr 2008 136 Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr schwere Verletzungen zuzogen, waren es 2013 116 Personen. Im vergangenen Jahr gab es 135 Schwerverletzte (112 im Jahr 2016). Der niedrigste Stand war im Jahr 2015 mit 89 schwerverletzten Personen.

Erfolgreiche Arbeit

Der Grund für den positiven Trend bei der Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle im Zehn-Jahres-Vergleich (trotz einer erheblichen Zunahme der Verkehrsbelastung) ist neben dem hohen Kontrolldruck der Polizei auch auf die Arbeit der Unfallkommission zurückzuführen. Die Unfallkommission setzt sich aus jeweils einem Vertreter von Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und dem Straßenbauamt zusammen. Demmel: „Jeder zweite tödliche Verkehrsunfall endet an einem Hindernis im Straßenseitenraum, in der Regel an einem Baum. Das war für die Unfallkommission des Landkreises Freising Grund genug, außergewöhnliche Präventivmaßnahmen in Angriff zu nehmen.“

Das Straßenbauamt Freising stellte im Rahmen des Straßensicherheitsprogrammes „Sicherer Seitenraum“ mehrere hunderttausend Euro zur Verfügung. So wurden an der Staatsstraße 2350 von Marzling bis Moosburg und von Mintraching bis zur Landkreisgrenze München Schutzplanken montiert. Josef Demmel: „Und dieses Programm wurde an der Staatsstraße 2084 zwischen Freising und Allershausen weitergeführt. Für das Jahr 2018 seien laut Josef Demmel weitere Maßnahmen zwischen Allershausen und Hohenkammer geplant.

Hauptunfallursachen

Fehler beim Abbiegen, Wenden, Vorfahrtsmissachtungen und überhöhte Geschwindigkeit waren laut Polizeibilanz die Hauptunfallursachen bei den Unfällen. Ein Anstieg ist bei der Zahl der Geschwindigkeitsunfälle im Landkreis Freising zu verzeichnen: 2016 war bei 125 Unfällen nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache. 2017 waren 142 Raser unterwegs, die mit ihrem Fahrzeug verunfallten.

Problem Wildunfälle

Besorgniserregend ist laut PI-Bilanz nach wie vor die hohe Anzahl der Wildunfälle, die fast 30 Prozent an der Gesamtunfallzahl ausmachen. Die Polizei musste im Landkreis Freising 1607 Wildunfälle (Vorjahr: 1551) aufnehmen. In 1367 Fällen kollidierten Rehe mit Fahrzeugen, gefolgt von 86 Hasen, 27 Füchsen, 36 Dachsen und 57 Wildschweinen (Vorjahr 41). Bei sieben Wildunfällen wurden acht Personen leicht verletzt.

Junge Erwachsene

Äußerst positiv sieht die Polizei auch die Entwicklung der Beteiligung der sogenannten „Jungen Erwachsenen“ (18 bis 24 Jahre) an Verkehrsunfällen, da diese um 2,33 Prozent wieder leicht gesunken ist. Im Betrachtungszeitraum über fünf Jahre ist ein stetiger Rückgang feststellbar. Während im Jahr 2009 die „Jungen Wilden“ noch in 500 Verkehrsunfälle verwickelt waren, sank die Zahl im Jahr 2013 auf 431, in 2014 auf 400 und 2015 auf 402 sowie 2016 auf 428. Vergangenes Jahr waren es 418 Verkehrsunfälle, was eine Unfallbeteiligung von 7,6 Prozent ergibt.

Alkohol und Disco

Die Anzahl der Alkoholunfälle hält sich laut Polizei Freising auf niedrigem Niveau. 2016 waren an 56 Unfällen betrunkene Verkehrsteilnehmer beteiligt. 2017 hatten sie bei 48 Karambolagen zu tief ins Glas geschaut.

Seit 2008 verzeichnet die Polizei keinen einzigen Disco-Unfall, so auch heuer. Demmel lobt: „Ein Verdienst des Projekts Rufbus.“

Unfallfluchten

Ein Rückgang von knapp acht Prozent ist bei den Verkehrsunfallfluchten zu verzeichnen. 898 Unfallfluchten kamen 2017 bei den Polizeidienststellen im Landkreis Freising zur Anzeige, im Vorjahr machten sich 975 Unfallverursacher aus dem Staub. Die Aufklärungsquote von gut 36 Prozent wird von der Polizei als gut bewertet: „331 Unfallfluchten konnten geklärt und den Geschädigten so zu ihrem Recht und Geld verholfen werden.“

Schulwegunfälle

Ebenfalls auf niedrigem Niveau liegt die Anzahl der Schulwegunfälle. Im ganzen Landkreis ereigneten sich im vergangenen Jahr sechs Schulwegunfälle, während im Jahr 2016 neue Schulwegunfälle zu registrieren waren. Der Tiefstand lag 2015 bei vier Unfällen. Demmel: „Sehr erfreulich ist auch, dass es 2017 nur sechs leichtverletzte Schüler gab.“

Wolfgang Schnetz

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