Stolz auf ihre Urkunden sind (vorne, v. l.) Andreas Kleidorfer, Erdogan Keman, Martina Auer, Sandy Höfer, Melike Kolguoglu, Stefanie Gerhäuser, Franziska Lantzek, Alina Bruckmaier sowie (Mitte, v. l.) Carina Stadler, Simon Geisenhofer, Eva Einberger, Maria Burger, Vivien Lendel, Isabella Kunert Montero, Katharina Schott, Ann-Kathrin Schöll und Sophia Leutner. Überreicht wurden sie von (hinten, v. l.) Georg Riedel (Schulleiter Allershausen) Richard Bauer (Schulleiter Zolling) Hans Kratzer (Jugensozialarbeiter Zolling) Walter Schollerer (Jugendbeamter) Johanna Meixner (Jugensozialarbeiterin Allershausen) und Helmut Fichtner (Lehrer Allershausen). Foto: Gleixner

Sie vermitteln, wenn es „brenzlig“ wird

Allershausen/Zolling - Die Großen drängeln, die Kleinen werden beim Aussteigen aus dem Schulbus gehindert. Solche Situationen können gefährlich werden. Deshalb gibt es Schulbusbegleiter.

17 Kinder aus dem Schulverbund Ampertal/Hallertau durften ein entsprechendes Zertifikat in Empfang nehmen. In Kooperation mit dem Jugendbeamten der Polizeiinspektion Freising und Vorsitzenden des Vereins „OWACHT“, Walter Schollerer, haben die beiden Schulsozialarbeiter aus Allershausen und Zolling, Johanna Meixner und Hans Kratzer, die Jugendlichen aus den siebten und achten Klassen darauf vorbereitet, wie sie vermittelnd und gewaltfrei eingreifen können, wenn sich Probleme oder Auseinandersetzungen im Bus oder an den Haltestellen abzeichnen.

Der erste Schritt sei sicherlich schwer, gab Schollerer bei der Verteilung der Zertifikate und Ausweise am Donnerstag zu bedenken. Es sei nicht einfach, in Konfliktsituationen einzugreifen. Er zollte den Schülern Respekt, an dem Projekt teilgenommen zu haben. Im Rahmen der Ausbildung zum Schulbusbegleiter seien unter anderem richtige Körpersprache, Kommunikationstechniken, sicheres Auftreten und das Einüben bestimmter Szenarien auf dem Programm gestanden. „Wenn ihr euch traut, werden die anderen stolz auf euch sein. Man muss den ersten Schritt wagen.“

Die Grund- und Mittelschulen Allershausen und Zolling haben das Projekt bereits zum zweiten Mal angeboten. Die beiden Rektoren, Georg Riedel und Richard Bauer wollen auch weiterhin die gute Zusammenarbeit fortsetzen. Ann-Kathrin und Andi haben sich ganz bewusst zum Schulbusbegleiter ausbilden lassen. Sie hoffen, dadurch „selbstbewusster“ zu werden und mit einem entsprechenden Ausweis mehr Gehör in „brenzligen“ Situationen zu bekommen. Er habe schon früher bei Konfliktsituationen vermitteln wollen, erzählt Andi. Und jetzt sei er froh, die Ausbildung absolviert zu haben. „Schlüsselqualifikationen“ hätten sich die Schüler dadurch erworben, sagt Walter Schollerer. Dies sei auch bei der Bewerbung um eine Lehrstelle von Vorteil. Außerdem gebe es eine positive Bemerkung im Zeugnis.

Die frisch gebackenen Schulbusbegleiter wissen jetzt genau, wie sie sich im Bus verhalten werden, wenn es „Zoff“ gibt. Und sie wissen auch, dass sie nicht allein sind, wenn Gewalt ins Spiel kommt. Denn dann könnten sie mit seiner Unterstützung oder der des Busfahrers rechnen, versprach Schollerer.

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