Reaktionen zur US-Präsidenten-Wahl  

„Verstehe die Welt nicht mehr“: Reaktionen zum Trump-Triumph

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Freising - Von schierem Entsetzen bis zur Schockstarre: Der Wahlsieg von Donald Trump in den USA löst auch bei den Politikern im Landrat Freising emotionale Reaktionen aus. 

Eine schlaflose Nacht hatte Landrat Josef Hauner wegen Donald Trump nicht. Den Fernseher hat er gegen 1 Uhr morgens ausgeschaltet. Da gab es noch keine Zahlen zur Amerika-Wahl. Und auch am Morgen ist er nicht in Ungläubigkeit erstarrt wie viele andere: „Das Ergebnis hat mich nicht ganz überrascht“, sagt er. Sein Sohn halte sich derzeit in New York auf. Er habe in etlichen Fernsehberichten und Gesprächen eine große Trump-Euphorie erfahren, wie Hauner berichtet: „Er hat mir gesagt, dass ich mir nichts vormachen soll.“

Für den Landrat ist Trumps Triumph Ergebnis einer Protestwahl, die vor allem mit der Armut vieler Menschen in den USA zu tun hat. Und er kreidet das Resultat auch der demokratischen Gegenkandidatin an. „Hilary Clinton war keine echte Alternative, weil sie zum Establishment gehört“, sagt Hauner. „Jeder Amerikaner, der unzufrieden ist, konnte nur Trump wählen. Hätten die Demokraten einen anderen Kandidaten gehabt, hätte Trump keine Chance gehabt.“

Was Hauner besonders missfallen hat, war die Art des Wahlkampfs. „Wir müssen hierzulande alles tun, um zu verhindern, dass sich solche Tendenzen bei uns durchsetzen. Dass Wahlkämpfe nicht mehr auf sachlicher, sondern nur noch auf emotionaler Basis stattfinden.“

Der Freisinger CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer sieht das Wahlergebnis in den USA als Folge einer deutlichen Verunsicherung in der Bevölkerung. „Ich glaube, das Ergebnis zeigt, wie sehr bei Wahlen Zukunftsangst und Unsicherheit mitschwingen können. Irlstorfer sagt jedoch auch: „Man muss klar unterscheiden, was der Kandidat Trump gesagt hat, und was der gewählte Präsident Trump sagen wird.“

„Jetzt wird’s interessant, wie Trump als gewählter Präsident agiert“, betont auch der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Die Aussagen, „die im Wahlkampf gefallen sind, hätten ihn „teilweise erschreckt“. Eschenbacher: „Da waren echte Hämmer dabei. Mich wundert, was da in den Staaten so alles salonfähig wurde.“

Der OB hofft jetzt auf den umfangreichen Stab, der den Präsidenten umgibt und dessen Aktionen auch lenkt: Man werde sehen, ob Trump unter diesem hoffentlich positiven Einfluss nicht auch konstruktiv arbeiten könne.

„Als Schlag ins Gesicht“ hat Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt das Wahlergebnis empfunden. „Jemanden, der sich so viele Ausrutscher erlaubt hat, den kann man doch nicht wählen.“ Nicht nur Trumps frauenfeindliche Aussagen haben sie entsetzt, sondern auch seine hetzerischen Äußerungen gegenüber Andersgläubigen und Andersdenkenden. Dass der Republikaner selbst bei Minderheiten begeisterte Anhänger gefunden hat, ist für die Bürgermeisterin besonders bizarr. „Ich verstehe die Welt nicht mehr. Haben die ihm denn nicht zugehört?“ Hofft auch sie darauf, dass die Berater im Weißen Haus Trump einnorden werden? Meinelt ist da eher pessimistisch. „Auch Donald Trump wird zwar irgendwann feststellen, dass er an Nato und EU nicht vorbeikommt. Aber das dauert seine Zeit, und wer weiß, was zwischenzeitlich passiert.“

„In der Früh bin ich fast unter Schock gestanden, als ich das Resultat erfuhr“, berichtet Freisings SPD-Chef Peter Warlimont. Er hat ganz besondere Beziehungen zu den USA: Der Freisinger ist auch US-Bürger, denn er kam in Syracuse im Bundestaat New York zu Welt und durfte deshalb auch wählen. Schon sehr früh habe er sich für Clinton entschieden. Dennoch: „Ich hatte schon während der vergangenen Tage ein schlechtes Gefühl.“ „Völlig unberechenbar“ sei nun, „was auf die internationale Politik zukommt“.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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