Entwarnung: Die Nachtruhe herrscht wie bisher erst ab 22 Uhr im Flüchtlingscamp an der Wippenhauser Straße. Foto: Archiv

Verwirrung um Nachtruhe in Flüchtlings-Unterkunft

Alles nur ein Missverständnis

Große Aufregung im Flüchtlings-Camp an der Wippenhauser Straße: Am Wochenende stand eine drastische Änderung der Hausordnung im Raum, wonach sich ab 20 Uhr niemand mehr im Außenbereich aufhalten darf. Laut Landratsamt ein Missverständnis.

von Alexander Fischer

Freising – Das Ganze ging wohl von der Security im Camp aus. Die hatte eine Beschränkung für den nahegelegenen Hochschulsportplatz fehlinterpretiert und daher auf das ganz Camp bezogen, wie Robert Stangl, Pressesprecher im Freisinger Landratsamt, jetzt klarstellte.

Demnach hatten sich Anwohner beschwert, dass „das Bolzen mit Basketbällen“ bis in die Nacht hinein nervt. Die Asylarbeiter des Landratsamts hätten im Zuge des Ramadan dann versucht zu vermitteln und Schilder mit einer Empfehlung angebracht, doch auf die Nachtruhe zu achten und den Platz nach 20 Uhr nicht mehr zu nutzen. „Das hat die Security wohl in den falschen Hals bekommen“, räumte Stangl jetzt ein. Erklärend fügte er an: „Die haben das anscheinend auf das ganze Camp ausgelegt.“

Mit der Folge, dass die Emotionen hochkochten – im Camp und im Umfeld. Eine Welle von E-Mails und SMS machte die Runde. Empörung machte sich breit. Auch und gerade deshalb, weil die Kinder dann nicht mehr draußen spielen hätten können. Auch für die Erwachsenen wäre die neue Nachtruhe bitter gewesen. Die Container heizen sich beachtlich auf bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad. Und es dauert, bis sie sich nachts wieder abkühlen. Inzwischen hat sich die Aufregung aber wieder gelegt, wie Stangl erklärte. Man habe Rücksprache mit den Asylsozialarbeitern genommen und die Bewohner darüber informiert, dass im Camp alles bleibt, wie es ist. Auch der innerhalb des Areals gelegene Spielplatz könne wie gehabt genutzt werden. Zudem seien die Helferkreise informiert. Man habe klargestellt, dass es sich um „ein klassisches Missverständnis“ gehandelt habe.

„Bei uns hat niemand die Hausordnung geändert“, stellte Stangl klar. Das entspricht auch dem Kenntnisstand beim Organisations-Team des für das Camp zuständigen Helferkreises.

„Das ist genau auch das, was wir bei den Asylsozialarbeitern in Erfahrung gebracht haben“, erklärte Luise Eidel, Mitglied des Helferkreis-Orga-Teams auf telefonische Anfrage. Das Landratsamt habe zugesagt, das noch einmal entsprechend kommunizieren zu wollen. In die gleiche Richtung geht auch ein Statement von Sabine Berenbold-Dieck. „Das hat sich geklärt, das war wohl ein Kommunikationsproblem“, teilte sie mit. Dahin gehend, dass sich die Beschränkung wohl nur auf den angrenzenden Sportplatz bezogen hat. Den solle man nach 20 Uhr nicht mehr benützen dürfen.

Dass wegen des Missverständnisses zwischenzeitlich Aufregung geherrscht hat, kann Berenbold-Dieck durchaus nachvollziehen. „Bei uns ging auch sofort der Alarm an“, räumte sie ein. Denn schließlich hätte das ja gegen die allgemeingültige Lärmverordnung verstoßen.                                   

Alexander Fischer

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