Hohe Erwartungen hatten die Bürgermeister aus dem Landkreis Freising in den Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann gesetzt. Neues hatte der jedoch nicht zu verkünden. Foto: Lehmann

Viele Verkehrsprobleme - keine Lösung

Allershausen - Wer sich Zusagen zum Vollausbau der A9 und zum Lärmschutz erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Staatsminister Joachim Herrmann räumte der Mobilität bei der „Verkehrskonferenz“ beim „Fuchswirt“ hohe Priorität ein. Versprechungen wollte er aber nicht machen.

Aufstehen und sein Anliegen vorbringen, dazu hatten die Teilnehmer der Verkehrskonferenz, Bürgermeister aus dem gesamten Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer (CSU), ausreichend Gelegenheit. Auch Bürgermeister Rupert Popp scheute sich nicht, die zwei Themen, die ihm auf den Nägeln brennen, vorzutragen.

Laut Popp ist ein Vollausbau der A 9 unumgänglich, nicht nur für Allershausen, sondern für acht weitere Gemeinden im ILE-AmpertalVerbund. Nur so könne man die Staus auf der „Hauptverkehrsader“ Deutschlands in den Griff bekommen, sagte er. Mindestens genau so schwer wiegt für die Gemeinde Allershausen, dass man der Südumfahrung von Allershausen, die erste Dringlichkeit entzogen habe. Popp bracht die Befürchtung zum Ausdruck, dass Allershausen spätestens mit Inbetriebnahme der Westtangente in Freising in der Blechlawine ersticken könne. „Dann ersaufen wir hier im Verkehr“, machte er im Beisein des Ministers und Ministerialrat Thomas Linder deutlich. Das Schlimmste sei dabei, dass die Gemeinde Allershausen den „Verkehrsinfarkt“ auch noch mitfinanziere - über die Kreisumlage und den Anteil, der davon in den Bau der Westtangente fließe.

„Den Vollausbau der A 9 - wir haben ihn angemeldet, aber der Bund hat alles abgewendet“, antworte Herrmann zur Frage nach dem achtspurigen Ausbau. Das werde im großen Stil erst noch kommen, bat der Minister um Geduld. „Ich kann Ihnen noch gar nicht sagen, was im Bundesverkehrswegeplan steht“, erklärte Herrmann. Linder stellte indes in Aussicht, die Südumfahrung von Allershausen im Zuge der Realisierung der Westtangente in Freising „noch einmal neu zu bewerten“.

Der Bürgermeister von Fahrenzhausen, Heinrich Stadlbauer, beschwerte sich über den Autobahnlärm und darüber dass täglich 13 000 bis 17 000 Autos mitten durch den Ort fahren würden auf der B 13. „Da kommt man nicht mal mehr aus der Einfahrt raus“, monierte er. Die Umgehung sei seit 30 Jahren beantragt. Stadlbauer forderte unter anderem eine bessere Anbindung an den Flughafen München. „Der ist am Besten aus der Luft zu erreichen“, kritisierte er. „Fahrenzhausen ist auch angemeldet, die A 92 ist Bestand der Planung“, entgegnete Linder. Und er gab zu bedenken, dass der Freistaat in jüngster Zeit über 900 Millionen Euro ausgegeben habe - für die Flughafenanbindung.

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