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Detaillierte Informationen über den Trinkwasserschutz gab es bei der Feldbegehung im Vöttinger Moos.

Kooperation mit den Stadtwerken und Ecozept 

Vöttinger Landwirte schützen das Wasser

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Die hohe Qualität des Freisinger Trinkwassers kommt nicht von ungefähr. Beispielsweise arbeiten die Stadtwerke mit den Landwirten im Vöttinger Moos besonders eng zusammen – und verhindern so, dass zu viel Nitrat ins Grundwasser gelangt.

Freising – Mit besonderer Sorgfalt und Behutsamkeit bewirtschaften die Bauern im Vöttinger Moos ihre Flächen. Unterstützung gibt es dabei von vielen Seiten: einerseits von den Stadtwerken, die finanziell zur Seite stehen, andererseits durch das Freisinger Beratungsbüro Ecozept. Um sich persönlich davon zu überzeugen, waren kürzlich Vertreter der Stadtwerke in Freisings Südwesten zu Gast – und haben sich ein Bild auf den Feldern gemacht.

Josef Geitner von den Stadtwerken zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen – und bedankte sich bei den Landwirten für die aktive Mitarbeit: „Die Begrünungen, die dem Boden nachhaltig nutzen, leisten einen unersetzbaren Beitrag zum Trinkwasserschutz“, erklärte er. Denn: Der beste Schutz vor Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser ist, ihn in der Wurzel-, Spross- und Blattmasse von Zwischenfruchtpflanzen zu binden. Wichtig sei daher, so früh wie möglich eine passende Mischung auszusäen – vor allem auf jenen Feldern, auf denen Getreide abgeerntet ist. Positiver Nebeneffekt: Mineraldünger kann eingespart werden. Denn: Der in der Pflanzenmasse gebundene organische Stickstoff ist weitgehend vor Auswaschung durch Regen geschützt – und wird den Kulturpflanzen nach und nach bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt.

„Aber Zwischenfrucht ist nicht gleich Zwischenfrucht“, betonte Werner Rauhögger von Ecozept, der die Mischungen zusammengestellt hat und die Feldbegehung leitete. Es komme immer darauf an, auf welcher Kultur sie stehe. „Paradedisziplin“, so Rauhögger, sei der Anbau nach Winter- oder Sommergerste. Davon konnte man sich auf einem Feld von Landwirt Herbert Kindl überzeugen: Nach der Ernte hat er fleißig gepflügt – und noch Ende Juli die Zwischenfruchtmischung angesät. Die Folge: Die Pflanzen schickten ihre Wurzeln im Saatbeet schnell in die Tiefe und schlossen den Boden auf. Es entstand ein dichter Bestand, sodass kein Unkraut eine Chance im vielfältigen Blätterwald hatte. Alle Pflanzenarten entwickelten sich voll – die vielfältige Blumenlandschaft und ihre Wurzeln fängt also nicht nur das Nitrat ab – sondern war auch eine Wohltat für Schmetterlinge und Bienen.

Auch nach dem Winterweizen lassen sich gute Zwischenfruchtbestände etablieren, erfuhren die Begehungsteilnehmer. Allerdings ist hier die Krux an der Sache, Pflanzenmischungen auszusäen, die schnell wachsen – als Versicherung gegen die kälteren Tage, die oftmals im September schon eintreffen. Dazu zählen Buchweizen, Ramtillkraut und Kresse wie beispielsweise auch Ölrettich.

Landwirte sind aber nicht nur in Sachen Getreide aktiv – auch auf Maisfeldern säen sie im Freisinger Trinkwassereinzugsgebiet Untersaaten ein, um das Nitrat abzuschöpfen. Eine Maßnahme, die im konventionellen Ackerbau völlig unüblich ist, aber für den Wasserschutz einen großen Beitrag leistet.

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