Erfolgsgeschichte mit Hindernissen: Die Verantwortlichen der Vhs, Wolfgang Voigt, Beate Frommhold-Buhl und Ulrike Gietl (v. l.) haben mit Platzproblemen zu kämpfen. Foto: Fischer

Der Volkshochschule geht der Platz aus

Neufahrn - Die Raumnot war schon immer Thema bei der Vhs in Neufahrn. Ein eigenes Gebäude blieb der 600 Kurse im Jahr anbietenden Bildungseinrichtung bis jetzt verwehrt. Nun droht die Situation zu eskalieren: Weil erstens der Pachtvertrag für einen „Gesundheitsraum“ am Markplatz ausläuft und sich außerdem die Nutzung der Grundschule II problematischer darstellt als erwartet.

Der ehemaligen Gemeinderätin Barbara Auinger platzte bei der Jahreshauptversammlung im Sitzungssaal des Rathauses regelrecht der Kragen. „Ich werde das Gefühl nicht los, dass man die Vhs in den Räumen der neuen Grundschule II gar nicht haben möchte“, empörte sich die Rechnungsprüferin. Erleichter fügte sie an: „So, jetzt ist mir wohler“.

Vhs-Chef Wolfgang Voigt begrüßte ihre Einlassung ausdrücklich. Sie kam mitten in der Debatte darüber, dass die angebotenen Räumlichkeit in der Grundschule II nicht praktikabel sind. Die Rede war davon, dass ja im Grunde nur Abendkurse in Frage kämen und dass die Räumlichkeiten für vieles, was die Volkshochschule derzeit unterm Dach des Gebäudes an der Bahnhofstraße anbietet, an der Grundschule II nicht möglich erscheint. Unter anderem stieß die Schließanlage der Schule auf Kritik. Dass jeder Teilnehmer einen Chip bekommen soll, das hielten die Vhs-Verantwortlichen für ein Unding.

„Ich halte das nicht für sinnvoll“, sagte Voigt, der es erklärtermaßen bedauerte, dass der 200 Quadratmeter große Gesundheitsraum in dem Gebäude am Marktplatz womöglich bald wegfällt. Die Gemeinde hat dort ein ganzes Stockwerk erworben. In dem wollt man eigentlich einen Sitzungssaal unterbringen. Was sich allerdings als zu kostspielig herausgestellt hat.

Er habe bereits mit Bürgermeister Franz Heilmeier gesprochen und ihm seinen Wunsch den Gesundheitsraum dauerhaft zu nutzen verständlich gemacht, teilte Voigt der Versammlung mit. Der habe aber „einer unbefristeten Nutzung“ nicht zustimmen können.

Dass es sich bei der Vhs in Neufahrn trotz alledem um eine Erfolgsgeschichte handelt, dafür sprach der Bericht von Leiterin Ulrike Gietl. Stolz kann man demzufolge etwa auf so genannte „Zertifizierte Präventionskurse im Fachbereich Gesundheit“ sein. Immerhin 24 solcher Kurse in Bereichen wie Pilates, Wirbelsäulengymnastik, Nordic Walking oder auch Happy Running würden angeboten, bilanzierte die Leiterin. Sie gab zu verstehen, dass man damit eine Sonderstellung im Landkreis Freising einnehme.

Der Aufwand ist groß. Finanziell steht die Volkshochschule zwar vernünftig da, aber die Mittel sind knapp, wie sich aus dem Finanzbericht von Voigt ergab. Der Zuschuss der Gemeinde belief sich zuletzt auf 70 000 Euro im Jahr. Vergleichsweise wenig, wie Voigt feststellte. Es soll deshalb einen Antrag geben, den Zuschuss von 3,33 auf 4,15 Euro pro Bürger zu erhöhen. Laut Voigt würde dies Mehreinnahmen in Höhen von 16 400 Euro bedeuten.

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