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Viele Zuhörer fanden sich in Wang ein – es entwickelte sich eine sehr emotionale Diskussion rund um die Vollsperrung der St 2045.

Emotionale Veranstaltung

Vollsperrung am Ligeterberg: Bürger prangern Versäumnisse an

Die Bürger von Volkmannsdorf sind sauer: Seit Ende vergangenen Jahres können die Anlieger des Wohngebiet „Am Kirchenfeld“ ihre Grundstücke nicht mehr ungehindert anfahren. Ihre große Sorge aber ist: Wie wird es weiter gehen, wenn die Staatsstraße 2045 saniert wird? Die Emotionen kochten bei einer Infoveranstaltung hoch.

Wang/Volkmannsdorf – Es war kurz vor Weihnachten 2017, als vom Staatlichen Bauamt Freising, dem Baulastträger der Staatsstraße 2045, eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrtsstraße angeordnet wurde. Den Grund dafür erläuterte Baudirektor Stefan Meier am Dienstag den Bürgern.

Bei den im vier Jahresrhythmus turnusmäßig stattfindenden Begehungen des Straßennetzes seien im Sommer vergangenen Jahres Setzungen und Schäden an Fahrbahn und Gehweg festgestellt worden. Um die Schadensursache zu ergründen, habe man ein geotechnisches Gutachten erstellen lassen. Das Ergebnis: die Böschung am Ligeterberg sei absturzgefährdet. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei eine Vollsperrung die einzige Möglichkeit gewesen. Die Ursache werde derzeit ermittelt.

„Warum erst jetzt?“ – das war eine der drängenden Fragen, die aus dem Publikum gestellt wurden. Dass an dem Böschungsbereich „etwas nicht stimme“, das habe man doch schon seit Jahren bemerkt, schimpfte ein Zuhörer. „Die Fußgänger wären auf dem sonntäglichen Weg zur Kirche fast zusammengefallen. Durch das lange Warten sei die Situation möglicherweise noch schlimmer geworden. Kritisiert wurde von den Bürgern auch der in ihren Augen überhastete „Kahlschlag“ entlang der Böschung zwischen Staatsstraße und der an der unteren Hangkante verlaufenden Bahntrasse (wir haben berichtet). Bisher seien doch noch nicht einmal die Ausschreibungen zur Straßensanierung erfolgt. Wer wisse, ob damit heuer überhaupt schon begonnen werden könne.

Drei Beteiligte säßen hier in einem Boot, machte Meier deutlich: das Straßenbauamt als Eigner der Staatsstraße, die Gemeinde als Baulastträger für den Gehweg und die Deutsche Bahn AG als Eigner der Bahnstrecke. Die Schäden könne man nicht einer einzigen Partei zuschreiben, erläuterte der Baudirektor. „Das ist doch euer Problem“, monierte ein Mann aus dem Publikum. Seit Monaten müsse man mehr als zehn Kilometer umfahren, um in die Wohnhäuser am Kirchfeld zu gelangen. Große Sorge bereitet den Bürgern die Anbindung ihres Wohngebiets während der Bauphase. Ein vorübergehend befestigter Weg vom Kirchfeld über den Bauhof oder Erschließung über den Fürstenweg (ein Feldweg im Norden der Siedlung): „Andere Optionen gibt es nicht“, sagte Bürgermeister Hans Eichinger.

Dass der Gemeinderat noch nicht einmal eine beschränkte Ausschreibung für die provisorische Erschließungsstraße in die Wege geleitet habe, das konnten die Anlieger so auch nicht hin nehmen. Das Argument der ungünstigen Witterung ließ man nicht gelten. „Wenn die Ausschreibung schon im Januar getätigt worden wäre, dann hätte man doch jetzt schon anfangen können.“ Eichinger versprach, die Räte so bald als möglich diesbezüglich zusammenkommen zu lassen. Eine Sorge jedenfalls konnte das Gemeindeoberhaupt den Bürgern schon nehmen: Die „Strabs“ greife hier selbstverständlich nicht. Das möchte er gerne schriftlich haben, bat ein Bürger. Wenn nach der Frostphase nähere Erkenntnisse über den Bauaufbau des Ligeterbergs vorlägen, dann werde man wieder vor Ort sein und die Bürger in Volkmannsdorf über den aktuellen Stand informieren, versprach Baudirektor Stefan Meier.

Maria Martin

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