Der Schwimmteich war besonders bei den Kindern beliebt. foto: LEHMANN

Gartenführung in Goldshausen 

Vom Samen zum Mammutbaum

Ein botanisches Kleinod entdecken durften am Samstag passionierten Gartenfreunde im Marzlinger Ortsteil Goldshausen. Die Familie Haimerl lud zum „Tag der offenen Gartentür“ auf das drei Hektar große Grundstück, in dem es mehr als 600 verschiedene Gehölze und so manche Rarität zu bewundern gab.

Goldshausen – Eine dendrologische Sammlung – das ist der Fachbegriff für das, was Gerhard und Heidi Haimerl über viele Jahrzehnte hinweg hier kultiviert haben.

Bäume und Sträucher aus der ganzen Welt stehen im Mittelpunkt und dazu auch noch so manch spannende Geschichte, die sich um das eine oder andere fremdländische Gewächs rankt. Im Jahr 1978 sei es gewesen, als er den Samen eines amerikanischen Mammutbaumes – ein Mitbringsel von einer der zahlreichen Reisen des Ehepaars – in die Erde gesetzt habe. In einen Topf zunächst, sagt Haimerl und lacht. Ein Jahr später wurde der Setzling in die Erde gebracht. Heute reckt das Zypressengewächs den Wipfel mehrere Meter in die Höhe. „Ich dachte, der steht seit einem Jahrhundert hier“, zeigte sich ein Teilnehmer der Führung überrascht.

Das exotisch anmutende Paradies hätten sie Mitte der 1970er Jahre angelegt, erzählte der pensionierte Biologe, der eine Lehrtätigkeit am Freisinger Domgymnasium inne hatte. Als er und seine Frau Heidi das Anwesen gekauft hätten – ein vormals leer stehendes Bauernhaus – hätten sie eine „Brennessel- und Brombeer-Riviera“ vorgefunden. Trompeten- und Tulpenbaum, ein riesiger Maronibaum, eine Paulownia tomentosa, ein ursprünglich in Zentralasien beheimateter Blauglockenbaum, ein Judasbaum aus dem mediterranen Raum, Magnolien, Rhododendren, Indigosträuche oder Hibiscus aus dem Mississippi-Delta: All das und noch viel mehr bevölkern heute die hügelige Gartenanlage.

Was Gerhard Haimerl seinen Gästen immer wieder gerne erzählt, ist die kuriose Geschichte rund um die Akazien aus der Südtürkei. „Ich glaube, die haben immer noch nicht gemerkt, dass sie in Bayern sind.“ Denn laut Wissenschaft dürften diese Bäume nördlich der Alpen gar nicht so gut gedeihen. Von jedem einzelnen Baum habe er eine Karteikarte angelegt, erzählt der Biologe. Darauf notiere er kontinuierlich die aktuellsten Daten. Kleine Inseln mit naturbelassenen Ruheplätzen luden während des Spazierganges zum innehalten ein. Auch das sei mit den vielen Jahren im Garten gewachsen, sagt Haimerl: die gestalterische Komponente.

Ganz besonders interessant fanden die Gartenliebhaber auch den naturbelassenen Schwimmteich, der über ein biologisches Pflanzenklärbeet gereinigt wird: „Man glaubt, dass der schon immer da war“, drückte es ein Besucher aus.

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