Die Forschung intensivieren: Gerhard Kronauer (stehend) formulierte eine klare Forderung. foto: gleixner

Geflügelzuchtverein Freising

Von wegen „Glückliche Hühner im Garten“

Seit drei Monaten gilt in Bayern die Stallpflicht – und die waren schwierig. Noch schwieriger werden aber die kommenden drei Monate. Denn die Geflügelzüchter kennen ihre Tiere genau: „Die wollen raus.“

Attaching – Vogelgrippe und Stallpflicht waren die beherrschenden Themen bei der Monatsversammlung des Geflügelzuchtvereins Freising. Die Geflügelzüchter machen sich Sorgen – Sorgen um das Wohlbefinden ihrer Tiere, die vor allem jetzt in den Frühlingsmonaten einen Freiheitsdrang verspürten, dem man wegen der nach wie vor in Bayern geltenden Stallpflicht nicht nachkommen könne. Der Vorstand der Freisinger Geflügelzüchter, Gerhard Kronauer, äußerte Kritik an der rigorosen Haltung Bayerns: In Nordrhein-Westfalen sei die Stallpflicht „risikobasiert“ teilweise wieder aufgehoben worden. In Bayern, so werde von den Veterinären „hinter vorgehaltener Hand“ gemunkelt, dürfte die Stallpflicht ohne jegliche Lockerung noch bis Mai andauern.

Dass sich manch ein Geflügelhalter nicht an die Auflagen halte, quittierte Kronauer so: „Jeder muss selbst wissen, was er tut.“ Wer die Stallpflicht ignoriere und sich nicht an die strengen Vorgaben halte, müsse freilich damit rechnen, von wirtschaftlich arbeitenden Geflügelzuchtbetrieben in Regress genommen zu werden, sollte nachweislich von den eigenen Tieren die Vogelgrippe übertragen worden sein.

Doch auch wenn die Situation derzeit nicht sehr erfreulich sei, plant der Verein für 2018 weiter an einer Geflügel-ausstellung in der Attachinger Sporthalle. Immerhin feiert der Verein im kommenden Jahr seinen 140. Geburtstag. Ändern müsse man wohl den Titel eines Vhs-Kurses im März, so Kronauer ironisch. Bisher sei „Glückliche Hühner im Garten“ angekündigt.

Zugleich erheben Kronauer, seine Kollegen und auch der Europaverband der Geflügelzüchter eine Forderung: Weil nicht eindeutig geklärt sei, wo die Vogelgrippe eigentlich herkomme und wie sie verbreitet werde, müsse endlich „richtig in die Forschung investiert“ werden, so Kronauer. Er persönlich glaube nicht so recht daran, dass der Virus über Wildvögel eingetragen werde. Der europäische Verband spreche in einem Schreiben an die Europäische Kommission nicht nur von „tierschutzwidrigen Überreaktionen in Deutschland“, sondern habe die EU auch ersucht, in die Forschung zum Vogelgrippe-Virus zu intensivieren. Doch die Freisinger Züchter sind skeptisch: Die, die in „Batterien“ züchten, die hätten eine Lobby. Die Privatzüchter nicht.

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