Ohne Projektliste keine Zuschüsse

Voraussetzung der Städtebauförderung: „Proaktiv planen“ und Hellseher sein

Fahrenzhausen - Wer künftig Geld aus der Städtebauförderung will, der muss jetzt schon wissen, was in den nächsten 15 Jahren an Projekten anstehen könnte. Der Gemeinderat Fahrenzhausen hat sich am Montag dieser Herausforderung gestellt.

Fast hellseherische Fähigkeiten sind teilweise gefragt, wenn Kommunen künftig für wichtige Maßnahmen Zuschüsse aus der Städtebauförderung des Freistaats erhalten wollen. Denn: Was man jetzt nicht in eine Liste aufnimmt, wird in zehn oder 15 Jahren, sollte es dann zu einer Realisierung kommen, keinen Zuschuss erwarten können. Und noch etwas ist von zentraler Bedeutung, um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen: Die Projekte müssen interkommunale Zusammenarbeit darstellen. Der Gemeinderat Fahrenzhausen hatte nun am Montag den „durchaus anspruchsvollen Job“, so Bürgermeister Heinrich Stadlbauer, eine solche Liste von möglichen Projekten zu beschließen, die dann als Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) der Regierung übermittelt werde. Im November 2015 hatten sich die Rathauschefs der Gemeinden Fahrenzhausen, Allershausen und Kranzberg bereits zu einer ersten Vorbesprechung getroffen, berichtete Heinrich Stadlbauer. Daraufhin habe man zusammen mit dem Ingenieurbüro Narr, Rist und Türk (NRT) Ende Januar eine solche Liste mit Projekten und Vorhaben erstellt, die möglicherweise in den kommenden 15 Jahren in der Gemeinde Fahrenzhausen angepackt werden könnten (siehe unten). „Wir müssen proaktiv planen“, beschrieb der Bürgermeister die Herausforderung. Beim Blick auf die doch lange Aufzählung, die einstimmig so abgesegnet wurde, sagte CSU-Rätin Astrid Wildgruber-Bolesczuk: „Da braucht man teilweise aber schon viel Fantasie, um eine interkommunale Zusammenarbeit zu erkennen. Aber das ist ja dann wohl der Job des Planers, das so zu argumentieren.“

Die Projekte

1. Reaktivierung Alter Wirt; 2. Parkplätze für Wirt und Friedhof in Fahrenzhausen; 3. Friedhofserweiterung in Fahrenzhausen; 4. Lagerhalle oder -fläche für Vereine zur Unterbringung von beweglichen Sachen sowie für den Bauhof; 5. Neugestaltung der Straßenrandbereiche im Rahmen des Ausbau der B 13 in Fahrenzhausen, Unterbruck, Großnöbach, Bergfeld und Lauterbach; 6. Standortsuche für neues Rathaus, für Mehrzweckhallenneubau oder -erweiterung, betreutes Wohnen; 7. Bedarfsermittlung für soziale Einrichtungen; 8. Gemeindeentwicklungskonzept; 9. Schaffung von Lkw- und Pendler-Parkplätzen; 10. Erweiterung und Vernetzung der Radwege; 11. Verbesserung des ÖPNV; 12. Verbesserung des Jugendzentrums; 13. Reaktivierung bestehender Naherholungseinrichtungen; 14. Untersuchung bestehender Spiel- und Sporteinrichtungen; 15. Neugestaltung Kirchenumfeld Jarzt, Dorfplatz Gesseltshausen, Großnöbach und Hörenzhausen; 16. barrierefreie Gestaltung von Bushaltestellen und öffentl. Gebäuden; 17. Friedhofserweiterung/-zufahrt Großeisenbach; 18. Umbau/Sanierung des alten Rathauses.

Andreas Beschorner

Rubriklistenbild: © dpa

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