Vorbei mit der Ruhe - das Kraftwerk muss sparen

Zolling/Haag - Schlechte Nachricht für die Haager Bürger: Ihre Samstagsruhe wird ab Januar nächsten Jahres eingeschränkt sein. Ab dann werden nämlich die Entladezüge, die Steinkohle zum Kraftwerk bringen, auch am Samstagvormittag über die Schiene rollen.

Mehrere Wochen lang waren im Frühjahr die Züge am Samstag auf Probe gefahren. Man habe so überprüft, ob mit der Samstagsentladung Kosten gespart werden könnten, sagt Kraftwerksleiter Lothar Schreiber. Das Ergebnis ließ aufhorchen: Der Ausgabeposten kann dadurch um einen sechsstelligen Betrag reduziert werden. Und darauf könne man in der jetzigen Lage nicht verzichten, machte Schreiber deutlich.

Wie berichtet, wird das GDF-Suez Kraftwerk in Folge der Energiewende wirtschaftlich recht gebeutelt. „Wir müssen viele Bausteine suchen, damit unser Standort gesichert bleibt“, sagte Schreiber. Die ernüchternde Nachricht wurde dem Haager Bürgermeister Anton Geier am vergangenen Freitag übermittelt. Bereits im Frühjahr hatten Anwohner mehrere hundert Unterschriften gegen die Samstagsfahrten gesammelt. Das schrille Pfeifen der Züge werde am Wochenende als Lärmbelästigung gesehen, hieß es darin. Die Züge pfeifen an den vier unbeschrankten Bahnübergängen in Haag genauso laut wie an den Wochentagen.

Der Genehmigungsbescheid des Kraftwerks erlaube die Samstagsentladung, sagt Schreiber. Man wolle den Anwohnern jedoch so weit entgegenkommen, dass die Züge nicht vor acht Uhr morgens anrollen werden. Damit bestehe allerdings wieder eine Interessenskolission mit den Mitarbeitern. „Die würden selbstverständlich lieber früher zu arbeiten anfangen, damit sie auch wieder eher nach Hause gehen könnten“, seufzt Schreiber. Der Zug wird am Bahnhof in Landshut geteilt und dann in zwei hintereinander liegenden Abschnitten am Kraftwerk entladen. Bis zum frühen Nachmittag sollen die Waggons entleert sein.

Schreiber betonte - vielleicht auch, um die Betroffenen zu besänftigen: Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage hat GDF Suez den Bürgerfond in Höhe von 30.000 Euro für das kommende Jahr erneut aufgelegt und unterstützt damit soziale Projekte in den Nachbargemeinden.

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