News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein

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Vorwurf der Tacho-Manipulation: 18-Jähriger wehrt sich vor Gericht

Moosburg – 3000 Euro hat ein 18-Jähriger im Juli 2014 für ein 15 Jahre altes Auto kassiert. Doch wenig später stellte der Käufer Strafanzeige: wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Der junge Moosburger soll den Kilometerstand manipuliert und den Kaufvertrag mit falschem Namen unterzeichnet haben.

Zum Beleg präsentierte der in München lebende Käufer den Ermittlern einen Zeugen. Der gab zu Protokoll, dass der 18-Jährige in seiner Anwesenheit mit dem Betrug geprahlt haben soll. Nach Angaben des Zeugen zog der 18-Jährige in wenigstens einem weiteren Fall einen Autokäufer über den Tisch. Vor dem Amtsgericht Freising wurde dem Moosburger deshalb nun der Prozess gemacht.

153 000 Kilometer hatte der Wagen am 17. Juli 2014 auf der Uhr, als der Angeklagte das Auto in München übergab. Das Fahrzeug habe er von einem Cousin aus Italien übernommen. Tatsächlich soll das Auto bereits 273 000 Kilometer absolviert haben. Der Angeklagte, so die Staatsanwaltschaft, habe den Wagen auch nicht von einem Verwandten aus Italien bezogen, sondern von einem Händler aus dem Kosovo. Statt 3000 Euro sei das Auto bloß 1800 Euro wert gewesen. Der Schaden beläuft sich somit auf 1200 Euro. Weshalb er den Vertrag mit dem Namen seines Großvaters unterzeichnete, scheint nach wie vor nicht nachvollziehbar. Die Verteidigung argumentierte, ihr Mandant sei in geschäftlichen Dingen schlichtweg unerfahren.

Offensichtlich gehörte das Auto tatsächlich zunächst dem Großvater. In Mazedonien, nicht im Kosovo, habe der Opa den Wagen erstanden, um dem Enkel eine Freude zu bereiten. Da der Angeklagte seinerzeit noch 17 war, erledigte der Großvater die Formalitäten, meldete das Auto an, fuhr es zum TÜV. Der Angeklagte gab an, gedacht zu haben, er müsse das Geschäft aus diesem Grund im Namen des Opas abwickeln.

Ob geschäftlich unerfahren oder bloß gewitzt – „wenn Sie im Namen Ihres Opas unterzeichnen, ist das Urkundenfälschung“, stellte Richter Boris Schätz klar. Was den Betrug betrifft, beteuerte der 18-Jährige, den Tacho nicht manipuliert zu haben. „Als ich den Wagen bekam, hatte er 150 000 Kilometer. 3000 Kilometer habe ich draufgefahren.“ Sein Anwalt verwies auf TÜV-Dokumente, in denen 150 000 als Kilometerstand bestätigt seien.

Der Verteidiger kündigte an, sich den „sogenannten Zeugen“ vorknöpfen zu wollen. Nachdem das Strafverfahren gegen den Mandanten schon zu einem früheren Zeitpunkt eingestellt werden sollte, sei der Zeuge urplötzlich aus der Versenkung aufgetaucht. Den Informationen des Anwalts zufolge sollen der Zeuge und der Käufer des Autos miteinander befreundet sein.

Den Vorwurf des Betrugs stellte das Gericht ein. Dem Zeugen ersparte Richter Schätz somit einen womöglich folgenreichen Auftritt vor Gericht. Sollte der Anwalt recht behalten, den Zeugen der Falschaussage oder falschen Verdächtigung überführen zu können, hätte er sich demnächst wohl selbst auf der Anklagebank wiedergefunden. Den angeklagten Moosburger verurteilte Schätz wegen Urkundenfälschung zur Zahlung von 600 Euro. Als strafmildernd wertete das Gericht die Unerfahrenheit des 18-Jährigen in geschäftlichen Dingen.

Andreas Sachse

Rubriklistenbild: © dpa

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