Lehmann

VW-Konzern gibt in Freising Vollgas

Freising - In den Clemensängern entsteht Großes. Ein Mammutbau nimmt Gestalt an. Gestern wurde Richtfest für das VW-Qualifizierungszentrum gefeiert - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Freisinger Tagblatt war trotzdem da.

Erst Mitte April diesen Jahres waren die Pläne des Volkswagen-Konzerns bekannt geworden: Dieter Thalhammer, inzwischen Alt-OB, hatte stolz verkünden können: „VW hat unterschrieben“ - und zwar den Vertrag über den Ankauf von knapp 13 000 Quadratmeter Gewerbefläche in den Clemensängern zwischen Südring und A 92 (wir haben berichtet). Der Konzern, so wurde dann ein paar Tage später auch im Bauausschuss bestätigt, wollte in Freising ein Ausbildungs- und Qualifizierungszentrum von erheblichen Ausmaßen errichten: Über 120 Meter lang, 35 Meter breit und rund 8,5 Meter hoch sollte das Gebäude mit seinen knapp 4300 Quadratmeter Grundfläche werden.

Jetzt, nur sechs Monate später, kann man sich „live“ davon überzeugen, wie groß das Projekt wirklich ist.

Zum Richtfest gestern - zu dem zwar die VW-Verantwortlichen gekommen und die Stadtspitze von Freising erschienen war, worüber die Presse und Öffentlichkeit allerdings von VW nicht informiert worden war - gab es erste Einblicke in das Gebäude. In dem sollen künftig in zehn Trainingseinheiten (jeweils 154 Quadratmeter groß) täglich rund 100 Mitarbeiter aus VW-Werkstätten von Trainern in Technik und Praxis weitergebildet werden. Zudem sind in dem Komplex eine Lobby, ein Catering-Bereich, ein Lager und ein Raum für die theoretische Weiterbildung untergebracht. Und: Fast 150 Stellplätze sind auf dem Areal auch vorgesehen.

Lange Zeit musste man in der Stadt Freising auf einen solchen Großinvestor für das Gewerbegebiet „Clemensänger“ warten. Als die VW Group Real Estate GmbH & Co. dann vor einem halben Jahr in der Domstadt zuschlug, war die Freude groß. Entscheidend war, so hieß es damals, dass die Clemensänger über eine gute Verkehrsanbindung und Freising über eine passende Infrastruktur auch für die Übernachtung der Mitarbeiter verfügen. Dies soll den Ausschlag dafür gegeben haben, dass man andere Kommunen im Rennen um eines der neuen, im ganzen Bundesgebiet verteilten VW-Qualifizierungszentren ausgestochen habe.

Nachdem schon der Spatenstich für das Projekt, das für die Stadt Freising auch einen großen Imagegewinn darstellt, von VW eher als interne Veranstaltung organisiert worden war, lief auch das Richtfest für das große Gebäude im kleinen Rahmen ab: Neben Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und drittem Bürgermeister Benno Zierer waren von der Stadtspitze nur Kämmerin Mathilde Hagl und Stadtdirektor Gerhard Koch zugegen. Dazu noch ein gutes Dutzend Vertreter des VW-Konzerns.

Für die Jahresmitte 2013 ist die Fertigstellung des Qualifizierungszentrums geplant. Man wird sehen, ob auch die Einweihungsfeier vom VW-Konzern als eine Art Geheimsache behandelt wird oder dann wenigstens ein für Freising und den Autokonzern wichtiges Ereignis auch von und in der Öffentlichkeit gebührend begleitet werden darf.

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