Kritik seiner Wähler und interessierter Bürger hörte sich MdB Erich Irlstorfer im Hofbrauhauskeller an – von einer härteren Gangart war nicht nur einmal die Rede. foto: GLEIXNER

Erich Irlstorfer im Hofbrauhauskeller  

Wahlanalyse bei der CSU: Bürger fordern Lösungen

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Wer gewollt hätte, hätte mit MdB Erich Irlstorfer und/oder der CSU abrechnen können. Denn mit dem festen Vorsatz, dass es nach der Wahlschlappe „ein Weiter-so nicht geben darf“, hatte der wiedergewählte Bundestagsabgeordnete am Donnerstag alle Bürger eingeladen, ihre Sicht der Dinge vorzubringen.

Freising – Rund 60 Interessierte waren dann auch in den Hofbrauhauskeller gekommen, manche auch, um ihrem Ärger Luft zu machen. Volkes Stimme eben. Und Irlstorfer notierte fleißig mit.

Ursachenforschung für die Wahlniederlage von CDU und CSU stand ganz oben: „Weil sich die Leute nicht mitgenommen gefühlt haben“, sagte ein Zollinger, der darüber erschrocken war, dass in seiner Gemeinde die AfD zweitstärkste Kraft geworden sei.

Drastischer äußerte sich da ein Hallbergmooser, der seit 45 Jahren CSU-Mitglied sei und „so etwas noch nie erlebt“ habe: Das sei „eine Denkzettelwahl“ gewesen. Aber man brauche sich nicht wundern, wenn Asylbewerber, obwohl sie Frauen vergewaltigten, nicht abgeschoben würden, wenn Flüchtlinge, weil sie angeblich traumatisiert seien, kein Deutsch lernten, es aber durch „Gehirnwäsche“ schafften, junge deutsche Frauen zum Übertritt zum Islam zu bringen. Freilich: „Ich habe nichts gegen Moslems. Wirklich nicht.“ Ähnlich eine andere Stimme: Allein in Bayern gebe es 670 Salafisten, „denen wir Tag und Nacht hinterherlaufen“. Dabei könne man solche Gefährder doch ausweisen. Schlimm sei auch, dass „90 Prozent von denen, die reinkommen, keinen Ausweis haben“, dass 47 Prozent der Moslems ihre Glaubensgrundsätze über das Gesetz stellten. Was spreche dagegen, wie in Österreich ein Verschleierungsverbot durchzusetzen? Nichts, so der erboste Bürger. Sein Appell an Irlstorfer und die CSU: „Ruhig eine härtere Gangart einlegen – und nur keine Hemmungen.“

Ein Moosburger sah das etwas anders: AfD-Wähler seien oft auch „Modernisierungsskeptiker“. Seine Forderung: „Die Bürger wollen Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft.“

Ein anderer CSU-Wähler wollte einfach nur mal loswerden, dass die durch die Ehe für alle erfolgte „unglaubliche Aufwertung der Homosexuellen“ eben nicht zu einer christlichen Partei passe.

Einige Stimmen sahen im Verhalten von Horst Seehofer, der sich drehe wie ein Fähnchen im Wind, den wesentlichen Grund für die CSU-Schlappe. Stichwort dabei: die dritte Startbahn. Das habe, so schilderte ein Bürger, viele davon abgehalten, CSU zu wählen. Hinzu komme, dass der Flächenverbrauch in Bayern immens und katastrophal sei, dass alles zugepflastert werde. Müsse wirklich alles dem Wachstum geopfert werden?, lauteten mehrere Wortmeldungen.

Kritik an Irlstorfer selbst gab es fast nicht. Nur ein Erlauer, der unter den Folgen der B 301-Nordostumfahrung leiden werde, bemängelte, dass sich der MdB nicht habe blicken lassen. „Ich habe gar nicht gewählt, weil mir das zu blöd war“, gab er zu. Irlstorfers Antwort: 344 Wahlkampfauftritte.

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