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Lichterloh brennt das Lager des Holzhandels.

Rund 360 Kräfte im Einsatz

Inferno im Kreis Freising: Feuerwehrler muss reanimiert werden - Platzverweise für Gaffer

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Großbrand am Samstagabend bei Wang: Feuerwehren aus drei Landkreisen löschten bis in die Morgenstunden einen Brand im Lager eines Holzhandels. 

Wang - Die brennenden Lagerhallen eines Holzhandels bei Wang haben Samstagnacht rund 360 Lösch- und Rettungskräfte in Atem gehalten. Sechs Helfer wurden verletzt, ein Feuerwehrmann musste reanimiert werden. Der Sachschaden geht in die Millionen – und doch hatte man noch großes Glück.

Dass etwas Schlimmes passiert sein musste, ahnte man überall im Landkreis: Aus sämtlichen Richtungen eilten am Samstagabend Feuerwehren, Polizei- und Rettungskräfte nach Zieglberg bei Wang, bis nach Erding und Landshut wurde alarmiert. Verfahren konnten sie sich nicht – die schwarze Rauchsäule und der Feuerschein waren kilometerweit zu sehen.

Großeinsatz in Wang: Holzlager in Flammen

Gegen 21 Uhr war der Brand zunächst in einer der Hallen eines Holz- und Möbelhandels entdeckt und die Rettungskräfte alarmiert worden. Im weiteren Verlauf griff das Feuer auf zwei unmittelbar angrenzende Lagerhallen über. Neben Holzelementen waren in den Gebäuden mehrere Fahrzeuge, darunter auch Wohnwägen und Oldtimer, abgestellt gewesen.

Extreme Belastung für Löschkräfte „wie bei Fieber“

Mit einem Großaufgebot von etwa 300 Feuerwehrleuten sowie rund 60 Mitarbeitern des Rettungsdiensts konnte der Brand unter Kontrolle gebracht und im Verlauf der Nacht gelöscht werden. Ein Übergreifen der Flammen auf zwei Wohnhäuser, weitere Lager und die Verkaufshalle wurde unter größten Anstrengungen verhindert, wie Kreisbrandrat Manfred Danner berichtet. „Die hohen Außentemperaturen haben die Löschkräfte massiv belastet.“ In der dicken Schutzkleidung und unter Atemschutz gerate der Körper dann in einen Zustand wie im Fieber, so Danner.

Fünf Feuerwehrleute wurden verletzt, die meisten durch Rauchvergiftungen. Ein Moosburger Floriansjünger brach während des Einsatzes zusammen, er musste noch auf dem Dach eines Löschfahrzeugs reanimiert werden. Wie es hieß, soll sich der Zustand des Mannes stabilisiert haben. „Der Rettungssanitäter, der ihn reanimierte, kam danach selbst ins Krankenhaus, weil auch er giftigen Rauch eingeatmet hat“, berichtete der Organisatorische Rettungsdienst-Leiter, Rainer Irlbauer. Neben mehreren Rettungs- und Notarztwägen befand sich auch ein Rettungshelikopter vor Ort in Bereitschaft.

Zur großen Herausforderung geriet der Umstand, dass gegen 23 Uhr das Wasser der Hydranten knapp wurde. Manfred Danner: „Wir wurden vom örtlichen Versorger rechtzeitig informiert, dass wir noch 45 Minuten Wasser haben.“ Und so mussten aufwendig mehrere Schlauchleitungen gelegt werden – unter anderem eine knapp zwei Kilometer lange zur Amper bei Moosburg.

Platzverweise gegen Gaffer - heiße Nacht für Bevölkerung

Die Polizei war ebenfalls mit einem Hubschrauber vor Ort und überwachte aus der Luft per Wärmebildkamera die Brandherde. Parallel wurde die Zugrichtung der Rauchsäule beobachtet. Am Boden schwärmten dann Streifenwägen nach Moosburg, Mauern und Wang aus, und forderten Anwohner per Lautsprecherdurchsagen auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. So wurde es auch für die Bevölkerung eine unangenehme und schweißtreibende Nacht.

Einer günstigen Fügung ist es wohl zu verdanken, dass der starke Funkenflug nicht weitere Brände ausgelöst hat. „Schließlich herrscht zweithöchste Waldbrandgefahr“, sagte Feuerwehr-Chef Danner. Sein Kommentar: „Manchmal hat man eben auch Glück.“ Ein unnötiges Ärgernis waren allerdings zahlreiche Gaffer, die laut Rainer Irlbauer mehrfach Straßensperren ignoriert hätten. „Wir mussten diverse Platzverweise aussprechen.“ Was das Feuer ausgelöst hat, ist bislang unklar. Die Ermittlungen dazu haben inzwischen Brandfahnder der Kripo übernommen. Den Sachschaden schätzt die Polizei bislang auf einen siebenstelligen Betrag.

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