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Zwei Feuerwehrleute stehen im Korb einer Drehleiter und bekämpfen den Großbrand eines Holzlagers bei Wang.

Nach dem Großbrand in Zieglberg

Wang: Feuer-Ursache scheint klar - Experte entkräftet Rauch-Sorgen von Anwohnern

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Wie gefährlich war die riesige Rauchsäule des Großbrands bei Wang für umliegende Anwohner? Ein Experte gibt Antworten - und die Polizei nennt den Grund für das Feuer.

Wang – Was Samstagnacht noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen war, bereitete vor allem den Menschen in der direkten Umgebung Sorgen: Schließlich kommt das, was als riesige schwarze Rauchwolke in die Luft zieht, irgendwann wieder runter. Und weil es während des Großbrands in einem Wanger Holzlager meist windstill war, konnten die Menschen auch nicht davon ausgehen, dass der Dreck in weite Ferne zieht.

Feuerwehr hat Schadstoff-Messungen durchgeführt

Verstärkt wurde bei Anwohnern aus Wang, Mauern und Moosburg während des Großbrands in Wang die Sorge noch durch Warnungen der Polizei: Sie fuhr durch die Straßen und forderte per Lautsprecher dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nicht wenige fragten sich deshalb: Wie groß sind die Gefahren für unsere Gesundheit?

„Solche Sorgen sind immer berechtigt – in dem Fall kann man aber Entwarnung geben“, sagt Professor Holger Scholz. Der Fachberater und Fachkreisbrandmeister Gefahrgut weiß, wovon er spricht. Er hatte am Samstag mit seinen Feuerwehrkameraden vor Ort laufend Schadstoff-Messungen durchgeführt. Scholz: „Die Brandgaszusammensetzung hängt davon ab, was brennt. Es macht einen großen Unterschied, ob etwa ein Teppichlager brennt – oder wie in diesem Fall ein Holzlager.“ Während beim brennenden Teppichlager Giftstoffe an die Rußpartikel gebunden seien, habe das Feuer in Zieglberg wegen des vielen Holzes „wie ein großes Lagerfeuer“ gewirkt.

Deshalb rät Polizei bei Großbrand zum Schließen von Fenster und Türen

Und was ist mit den verbrannten Fahrzeugen und Lacken? – „Zwei, drei Fahrzeuge spielen da keine Rolle.“ Diese Giftstoffe seien in „verschwindend geringen Mengen“ im Rauch enthalten gewesen. „Vor Ort war dazu nichts messbar – deshalb ist in der Entfernung auch nichts mehr zu erwarten.“ Unmittelbar betroffen seien natürlich die Bewohner der Brandstelle gewesen. „Aber selbst da waren keine Maßnahmen zu ergreifen.“

Die Fenster-und-Türen-Aufforderung war laut Scholz nötig, „weil das Einatmen von Ruß natürlich nicht gesund ist“. Aber auch, weil niemand gerne am nächsten Morgen schwarze Sprenkel auf seiner Wäsche habe. Sein Fazit: „Wir können wirklich sagen, dass zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bevölkerung bestand.“

Rat vom Experten: So sollte man Ruß nach einem Brand entfernen

Das Entfernen sichtbarer Rußpartikel von Oberflächen sollte generell mit einem feuchten Wischtuch erfolgen, betont Holger Scholz. Und er rät: „Beim Kehren sollte eine Staubmaske getragen werden.“

Ursache für Großbrand von Wang scheint gefunden

Wie von der Polizei zu erfahren war, sind die Ermittlungen zur Ursache des Feuers abgeschlossen. „Die Brandfahnder gehen von einem technischen Defekt im Bereich eines Wechselrichters der Photovoltaikanlage aus, die sich auf dem Dach befunden hatte“, erklärte ein Sprecher. 

Der Brandort sei damit wieder freigegeben. Die genaue Schadenshöhe steht unterdessen noch nicht fest – sie dürfte laut Sprecher aber „deutlich im siebenstelligen Bereich liegen“.

Nach Großbrand in Wang: Verletzter Feuerwehrmann weiter in kritischem Zustand

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