Waghalsig unterwegs: Moritz Röber (r.) war einer der vier Jugendlichen, die die Anlage aufgebaut haben. Noah Lautenschläger gehört zur „neuen Generation“, die das Werk fortführen will.
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Waghalsig unterwegs: Moritz Röber (r.) war einer der vier Jugendlichen, die die Anlage aufgebaut haben. Noah Lautenschläger gehört zur „neuen Generation“, die das Werk fortführen will.

2011 war er einer der Ersten seiner Art

Im Bike-Paradies: Dirtpark in Wang feiert zehnjähriges Bestehen - Anlage so beliebt wie nie

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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2011 war er einer der Ersten seiner Art: der Bikepark, den eine Gruppe Jugendlicher in Wang realisiert hat. Die „Lines“ in Wang sind nach wie vor extrem beliebt – auch nach zehn Jahren.

Wang – Von den Anfängen vor zehn Jahren zeugt noch ein einziger Anlaufhügel – und Moritz Röber. Der damals 13-Jährige hat mit seinem Bruder und zwei Spezln das Projekt Dirtpark in Wang angestoßen. Im Lauf der Jahre hat sich auf der Anlage nahe dem Kindergarten einiges verändert – nur die Leidenschaft für den Zweiradsport nicht.

„So wie wir ist auch die Anlage gewachsen“

Rückblick: 2011 waren Moritz und sein zwei Jahre älterer Bruder Tim sowie ihre Freunde Andreas Grünfelder und Lucas Plank begeistert von Sprüngen und Stunts mit Rad. Irgendwann wollten sie für ihr Hobby aber nicht mehr bis nach Moosburg oder Freising fahren, sondern wünschten sich einen Bikepark im Ort. Sie wandten sich an Bürgermeister Hans Eichinger, der sich den Plänen gegenüber sofort aufgeschlossen zeigte. Der Gemeinderat ebnete den Weg, und Bauhofmitarbeiter und die Jugendlichen gingen ans Werk.

Der Bikepark vor der Haustür: Moritz Röber (23) trainiert dort seit zehn Jahren Stunts und Sprünge.

„Anfangs hatten wir nur zwei Strecken“, blickt Moritz Röber zurück. „Aber so wie wir im Laufe der Zeit gewachsen sind, ist auch die Anlage gewachsen“, sagt der heute 23-Jährige. Der Platz auf dem Areal sei mit mittlerweile sechs Bahnen, sogenannten „Lines“, gut ausgenutzt. „Bis heute werden wir von der Gemeinde immer unterstützt. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.“

Für jedes Alter und jedes Niveau gebe es die passende Strecke: „Auf dem Pumptrack mit kleineren Wellen und Steilkurven sind zum Beispiel schon die kleinsten unterwegs. Den kann man mit dem Laufrad super fahren“, erklärt Röber. Für Einsteiger stehe eine weitere Wellenlinie, ähnlich einer Rutsche, parat. „Dann gibt’s Strecken mit kleineren Sprüngen, aber auch eine ganz große Line, die man nicht mal eben so schafft.“

Die Strecken sind auch für Einsteiger angelegt

Dass verschiedene Bahnen entstehen und alle gut gepflegt werden, darauf legten die Dirtpark-Initiatoren von Anfang an großen Wert. „Uns ist immer wichtig gewesen, dass es nicht so endet, dass wir immer besser werden, und es nur noch Strecken gibt, die wir fahren können“, betont Röber. Nach wie vor sollen auch Einsteiger die Möglichkeit haben, sich an den Sport heranzutasten. Das sei auch ein Grund, warum die Wanger Anlage – im Gegensatz zu vielen anderen – inzwischen zehn Jahre existiert.

Lediglich vor fünf Jahren sei eine Zeit lang recht wenig los gewesen. „Nach dieser kleinen Delle ist’s aber richtig steil aufwärtsgegangen. Vorletztes und letztes Jahr war die Anlagen vor allem am Wochenende immer sehr gut besucht.“ Der Vorteil, wenn viel los ist: weniger Bewuchs auf den Strecken, weniger Mäharbeiten, und die Erde wird so steinhart, wie die Biker sie brauchen. „Je mehr Leute fahren, desto weniger muss man herrichten.“

Wegen Corona wird der Dirtpark immer beliebter

Dass die Anlage zunehmend beliebter wird, liege sicherlich auch an der Corona-Pandemie, mutmaßt Moritz Röber. „Die Leute sind mehr zu Hause, grundsätzlich ist weniger geboten. Also suchen sie nach Aktivitäten, die noch möglich sind. Da sind jetzt einige Neue gekommen, vor allem viele Familien.“

Der Wanger, der in Regensburg Mechatronik studiert, freut sich über den Zuspruch – vor allem auch, weil das Fortbestehen des Bikeparks gesichert wird. „Mein Bruder ist weggezogen, und die anderen beiden fahren nur noch sporadisch. Vom alten Team bin als nur noch ich übrig“, sagt Röber. „Dafür kommt eine neue Generation nach.“ Es sei schön zu sehen, dass ihr „Werk“ so begeistert fortgeführt werde. Daher hat der 23-Jährige auch keine Sorge, dass der Dirtpark noch weitere zehn Jahre bestehen bleibt – mindestens.

Gut zu wissen

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