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Mit modernen Geräten sollen künftig die Raser zur Strecke gebracht und zur Kasse gebeten werden. Reiner Deyerer (r.) stellte dem Gemeinderat Wang die Mess-Methoden des Zweckverbands kommunaler Verkehrsüberwachung vor, dem die Kommune mit zweijähriger Probezeit nun beitrat.

Gemeinderat beschließt Kooperation

In Wang geht‘s Rasern ab Juli an den Kragen

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Die Gemeinde Wang hat den Weg frei gemacht, um demnächst Rasern den Kampf ansagen zu können. Das Ratsgremium beschloss in seiner jüngsten Sitzung eine Kooperation mit dem Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung. Voraussichtlich ab Juli kann die Organisation auch in der Kommune mit den vielen lang gezogenen Ortsteilen Geschwindigkeitskontrollen starten.

Wang – Der 2007 ins Leben gerufene Zweckverband hat mittlerweile 148 Mitgliedsgemeinden und registrierte im abgelaufenen Jahr 215 000 Verkehrsverstöße im fließenden sowie noch einmal 115.000 Vergehen im ruhenden Verkehr. Im Landkreis Freising haben sich bisher mit Langenbach, Haag, Marzling, Zolling, Attenkirchen, Kirchdorf, Paunzhausen, Allershausen, Hohenkammer, Kranzberg, Fahrenzhausen, Eching und Neufahrn mittlerweile 13 Kommunen der Organisation angeschlossen.

Wang startet nun mit einer Zweckvereinbarung eine zweijährige Probezeit, bevor dann die Vollmitgliedschaft folgen kann. Die Kommune machte deutlich, dass nur Interesse an den Geschwindigkeitskontrollen besteht.

Reiner Deyerer, Leiter des Außendienstes, stellte dem Ratsgremium die Arbeit des in Töging sitzenden Zweckverbands und die verschiedenen Messgeräte vor. „Die Polizei hat gute Mess-Anlagen in der Garage stehen, aber nicht mehr das Personal für die Kontrollen“, sagte Deyerer. Der Zweckverband habe mittlerweile auch schon die modernsten Geräte, könne diese aufgrund einer Kabellänge von 60 Metern demnach weit weg vom Begleitfahrzeug aufstellen, und die Laserpistolen seien tagsüber in der Lage, Bilder ohne den berüchtigten Blitz zu machen.

Der Zweckverband stellt den Kommunen 150 Euro pro Mess-Stunde plus pauschale vier Euro pro Verfahren in Rechnung. Dafür gehen die eingenommenen Strafgelder komplett an die Kommunen. Deyerer erklärte, dass die Geschwindigkeitsmessungen in der Regel plus minus null für die Kommunen ausgingen. Nach dem grundsätzlichen Beschluss werden Zweckverband, Gemeinde und Polizei nun zusammen mögliche Mess-Stellen begutachten. Die Polizei kann innerorts die von der Verwaltung ausgewählten Mess-Stellen nicht ablehnen, während für die Aufstellung der Geräte im Außenbereich die Zustimmung der Ordnungsbehörde erforderlich ist.

„Das A & O der Kontrollen ist der abschreckende Effekt“, sagte Wangs Bürgermeister Hans Eichinger. Der Beitrag der Gemeinde im Zweckverband sei gut angelegtes Geld auf den Straßen im Gemeindegebiet. Seine beiden Stellvertreter, Markus Stöber und Josef Schwaiger, waren offenbar anderer Meinung und bildeten die zwei Gegenstimmen gegen die Vereinbarung mit dem Zweckverband.

Nico Bauer

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