Bürgerversammlung

Wang ist quasi schuldenfrei

Wang – Dreimal kräftig in die Hände geklatscht – und los ging es am Mittwoch im Gasthaus Schnaitl mit der Bürgerversammlung in Wang. Rund 60 Bürger waren gekommen, um von Gemeindechef Hans Eichinger zu hören, was 2015 so los war und was 2016 anstehe, in dem 2562 Einwohner zählenden Wang.

Ziemlich zu Beginn seines 90-minütigen Referats hatte Eichinger seine „Lieblingsstatistik“ an die Leinwand geworfen: der Rückgang der Schulden von 6,8 Millionen Euro vor einigen Jahren auf jetzt unter zwei Millionen. Und weil man sogar 200 000 Euro mehr in den Rücklagen habe als Miese bei den Banken, könne man davon sprechen, dass die Gemeinde schuldenfrei sei. Ein Posten im Haushalt 2016 ärgerte den Bürgermeister aber trotzdem: die 1,36 Millionen Euro Kreisumlage. Denn: „Wir zahlen den Landkreis, damit er uns reguliert. Von wegen also: Wer zahlt, schafft an.“

Einen großen Teil seines Berichts widmete Eichinger den Radwegen: Die Verbindung von Thalbach nach Pfettrach „werden wir hoffentlich bald gebacken kriegen“, sagte Eichinger, der mit der Genehmigung des Projekts durch die Oberste Baubehörde im Herbst dieses Jahres rechnet. Dass dann von Gesamtkosten in Höhe von 400 000 Euro rund 100 000 Euro an der Gemeinde „hängen bleiben“, ist für Eichinger „nicht so tragisch“. Verhandlungen müsse man noch für den Radweg zwischen Schloss Isareck und Volkmannsdorf führen. Der Radweg zwischen Volkmannsdorf und Moosburg, der zusammen mit einer Brücke über einen Nebenarm der Amper im Zuge des ökolgischen Wasserkraftwerks der Stadtwerke München errichtet werden sollte, habe schlechte Karten, so Eichinger. Denn: Dass das Wasserkraftwerk komme, werde „immer unwahrscheinlicher“. Jetzt müssten die Gemeinden Wang und Moosburg zusammen eine Lösung finden.

Es ging weiter mit den Themen Kindergarten, Feuerwehr, Wertstoffhof, Ferienspiele und SV Wang, bevor Eichinger zum Thema Asylbewerber kam. Wenn man Flüchtlinge (derzeit 94 im Gemeindegebiet) „aufs Auge gedrückt bekommt“, dann müsse man helfen, kommunizieren, sie einbinden. Sonst seien Probleme vorprogrammiert. Die Frage eines Bürgers, „was uns so ein Asylbewerber denn jetzt kostet“, beantwortete Eichinger so: „Die Gemeinde kostet er nichts.“

Nachdem er gerade „das Ding wieder mal gekriegt“ habe, so Eichinger zur Überreichung der Urkunde als Solarkreismeister, rührte er schon einmal langsam, aber deutlich die Werbetrommel für ein Windrad im Gemeindegebiet. Vorrangflächen habe man ausgewiesen, zusammen mit der BürgerEnergieGenosschenschaft sei so ein Projekt sinnvoll. Reaktionen auf diese Aussage gab es keine – weder positive noch negative.

Rubriklistenbild: © dpa

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