Wegen früherer Geschäftsführerin: Staatsanwaltschaft durchsucht Klinik

Freising/Chemnitz - Die frühere Geschäftsführerin der Freisinger Klinik, Heike Tempel, ist wieder ins Visier der Justiz geraten. Der Vorwurf: Bestechlichkeit. Auch in Freising wurden Akten geprüft.

Schon ihr Amtsantritt in Freising 2002 war von Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Dresden überschattet. Doch Tempel hatte stets behauptet, die Ermittlung der Dresdner Justiz im Rahmen ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des Herz- und Kreislaufzentrums Dresden sei ein „Komplott“ gewesen.

Jetzt wird es aber tatsächlich ernst: Tempel war seit 2006 Geschäftsführerin der Sozialbetriebe Marienberg, eines Tochterunternehmens des Klinikums Chemnitz. Der dortige Geschäftsführer, Tempels Lebensgefährte Dietmar Nichterlein, war ins Visier der Justiz geraten, weil er 10 000 Euro Bestechungsgelder eines Würzburger Finanzdienstleisters bekommen haben soll, um am Klinikum ein bestimmtes Altersvorsorgesystem einzuführen. Nun hat sich der Korruptionsverdacht auf Tempel ausgeweitet, die 20 000 Euro angenommen haben soll. Nichterlein ist inzwischen beurlaubt, Tempels Arbeitsvertrag aufgelöst.

Das Brisante: Wie Dietrich Geuder, Leitender Oberstaatsanwalt in Würzburg, dem FT bestätigte, habe man auch das Freisinger Klinikum nach Akten durchsucht. Ziel: Hinweise darauf zu finden, ob Tempel in ihrer Freisinger Zeit zwischen 2002 und 2005 sozusagen schon geschäftliche Kontakte zu dem Würzburger Finanzdienstleister gepflegt oder ähnliche Aktivitäten an den Tag gelegt habe. Anhaltspunkte dafür gebe es aber nicht, so Geuder. Der jetzige Geschäftsführer der Klinikum Freising GmbH, Harald Schrödel, bestätigte die Durchsuchungsaktion der Würzburger Staatsanwaltschaft. Manfred Pointner, damals Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhaus Freising GmbH, kann keine Vorwürfe gegen Tempel erheben. Allerdings, so Pointner, habe sie „schon einiges gemacht, was wir wieder zurückgefahren haben“. Beispiel: Der von Tempel mit der Tochterfirma Medtralog Service GmbH geschlossene Vertrag sei „schon ein sehr guter“ gewesen, erinnert sich Pointner. Da habe man einige der „guten“ Konditionen wieder geändert.

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