Nach Ortstermin auf dem Domberg

Mit Video: Wenig Hoffnung für das Oktogon

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Eine Entscheidung rund um das Oktogon auf dem Freisinger Domberg rückt näher: Gestern waren die Landtagsmitglieder Sepp Dürr (Grüne) und Thomas Goppel (CSU) vor Ort – und machten sich selbst ein Bild von der Situation am Diözesanmuseum.

Freising – Stadtheimatpfleger Norbert Zanker hat mit einer Petition den letzten Versuch gestartet, das Oktogon auf dem Domberg doch noch zu retten. Die Folge: Im Wissenschaftsausschuss des Bayerischen Landtags wurde das Thema in der vergangenen Woche hitzig diskutiert. Dürr setzte sich durch – und so stand nun der Ortstermin auf dem Domberg an.

Zunächst hielten sich er und Goppel aber noch zurück – und hörten aufmerksam zu: Architekt Peter Brückner und Museumsdirektor Christoph Kürzeder gingen noch einmal auf den Umbau des Diözesanmuseums ein – und zeigten auf, warum das Oktogon in den Planungen keine Rolle mehr spiele. Der Brandschutz sei das größte Thema, erklärte Brückner. Auch ohne den Erker habe man an der „einzigen Feuerwehrzufahrt schon eine Engstelle“ – mit dem Oktogon sei es fast unmöglich, durchzukommen. Zudem sehe das Umbaukonzept vor, an der Westseite die Anlieferung zu gestalten – für Gastronomie und Ausstellungsstücke. „Allein für das Museum investiert die Erzdiözese rund 40 Millionen Euro“, erklärte deren Finanzdirektor Markus Reif. Sollte man jetzt umplanen müssen, würde man rund ein Jahr verlieren – von den Mehrkosten ganz zu schweigen. Die Planung sei daher alternativlos.

Video: So sieht es vor Ort aus

Das wollte Zanker aber nicht gelten lassen: „Ich hatte nie das Gefühl, dass man ernsthaft versucht hat, die Probleme in einer Planung mit dem Turm zu lösen.“ Stadtdirektor Gerhard Koch verwies da aber auf den Abwägungsprozess. Zehn Sitzungen habe man abgehalten, in denen „man nachjustiert und die Planungen überarbeitet hat“. Das bestritt wiederum MdL Sepp Dürr nicht. Aber: „Die Frage ist, ob wir das nachvollziehen können.“ Denn: „Das Oktogon fügt sich wunderbar in das Stadtbild ein. Wenn es nicht mehr da wäre, würde etwas fehlen.“ Seiner Ansicht nach gebe es kaum Abort-Denkmäler – „mir fällt spontan keines ein“.

Goppel hielt seinerseits den Brandschutz für den ausschlaggebenden Aspekt – und zog damit den Zorn Dürrs auf sich: „Ich kann das nicht mehr hören. Wir werfen seit 20 Jahren Milliarden für Brandschutz raus.“ Der CSU-Abgeordnete konterte: „Wir sind nicht zum Streiten da. Das können Sie im Landtag tun.“ Er sprach von einer „sehr durchdachten Planung“, die die Erzdiözese da vorgelegt habe. Am Mittwoch wird im Wissenschaftsausschuss diskutiert – und dann eine Empfehlung an die Stadt Freising abgegeben. Der Stadtrat entscheidet dann am Donnerstag, 26. Oktober.

Für Zanker riecht es aber nach einer Niederlage: „Ich befürchte, dass es auf CSU gegen Opposition hinausläuft.“ Allerdings habe er Respekt davor, dass sich sowohl Dürr als auch Goppel intensiv mit der Materie beschäftigt haben. Es liege jetzt nicht mehr in seinen Händen: „Ich habe alles versucht.“

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