Einen guten Start wünschte Christian Wrba, Geschäftsführer des Familienpflegewerks Bayern, der neuen Freisinger Stationsleiterin Margot Maier. Foto: Forster

Wenn die Mama ausfällt...

Freising - Wenn die Mama ausfällt, geraten Familien schnell in Schwierigkeiten. Wer kümmert sich um die Kinder? Wer kocht? Wer hilft in allen Lebenslagen? Oft sind die Helferinnen des Familienpflegewerks die Retterinnen in der Not. Eine von ihnen ist Margot Maier (42). Seit 1. September leitet sie die Freisinger Station des Familienpflegewerks.

Wenn eine der fünf Familienpflegerinnen der Freisinger Station gebraucht wird, ist die Lage in der Familie nie einfach. „Es kann sein, dass sich die Mutter ein Bein gebrochen hat“, berichtet Margot Maier, „oder es handelt sich um eine Risiko-Schwangerschaft“. Das wären noch di „leichteren Fälle“. Gut möglich aber auch, dass die „haushaltsführende Person“ aufgrund einer schweren psychischen Störung lange ausfällt, oder wegen einer schweren Erkrankung wie Krebs. Einer der letzten Einsätze habe das gesamte Team gefordert, erzählt Margot Maier. Die Mutter erkrankte während ihrer zweiten Schwangerschaft an Krebs und erlag nach der Geburt ihrem Leiden. Eine Extremsituation - auch für die Familienpflegerinnnen. Neun Monate lang wurden der Ehemann und die Kleinkinder betreut.

Mit Kochen und Kinder Versorgen ist es dann nicht getan - dann sind die Frauen auch als Ratgeber, seelische Stützen und als Erzieherinnen gefragt. Die Helferinnen würden generell immer stärker gefordert: „Wir haben zunehmend schwere Fälle“, sagt Christian Wrba, Geschäftsführer des Familienpflegewerks in Bayern, das, unter der Trägerschaft des Frauenbunds, in Bayern 20 Stationen betreibt. „Es gibt immer häufiger Erkrankungen psychischer Natur, wo dann die Mutter auch für längere Zeit ausfällt“. Daher bräuchten die Pflegerinnen eine professionelle Beleitung. „Es fällt einem oft sehr schwer, am Abend abzuschalten“, bestätigt Margot Maier, die selbst seit drei Jahren beim Familienpflegewerk tätig ist. „Das ist auch der Grund, warum wir dringend Weiterbildungsmaßnahmen und eine Supervision benötigen“, erklärt Wrba. Doch genau hier würden die Krankenkassen sparen. „Der Satz, der erstattet wird, reicht nicht aus. Wir haben eine Unterdeckung von rund 30 Prozent und befinden uns wie in einem finanziellen Schraubstock“. Dabei sei die Arbeit der Familienpflegerinnen im besten Sinne präventiv und helfe, wesentlich höhere Kosten zu vermeiden. „Hier wird an der falschen Stelle gespart“, sagt Wrba, „und deshalb sind wir auf Spenden angewiesen“.

Vor eineinhalb Jahren wurde Margot Maier Stellvertreterin von Leiterin Johanna Sticksel, die inzwischen den Treffpunkt Ehrenamt in Freising leitet. Nun ist Margot Maier die Chefin der Station - und eine der fünf Familienpflegerinen. Vom Büro zuhause in Inkofen aus koordiniert sie die Einsätze der Helferinnen. Auch ihre eigenen.

Gut zu wissen

Wer Informationen benötigt, wendet sich an Margot Maier, Tel. (0 81 61) 2 34 96 22, mobil (01 76) 31 04 02 36, mailt an maier@familienpflegewerk.de oder informiert sich unter www.familienpflegewerk.de. Das Familienpflegewerk Freising wird durch die Aktion „Menschen in Not“ unterstützt.

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