Faszination Osterfeuer: In Eching waren heuer über 1000 Schaulustige gekommen – sehr zur Freude der Burschen. Foto: Wilms

Wenn der Ostermo brennt

Eching - Mit vereinten Kräften und weithin leuchtend wurde in Eching und Günzenhausen am Ostersamstag nach altem Brauchtum der Winter vertrieben. Die örtlichen Burschenvereine entzündeten pünktlich nach Sonnenuntergang gegen 18.30 Uhr ihre traditionellen Osterfeuer.

Das elementare Schauspiel um Wärme und Licht entfaltete bei Einbruch der Dunkelheit auch heuer wieder seine große Faszination: „Holz is do, Bier is koid, Weda is a Traum“ postete der Echinger Burschenvorstand Florian Schönigen am Ostersamstag-Nachmittag auf Facebook, um auch auf diesem Wege zum Ostermo-Brenna am Echinger See einzuladen. Dort war bereits „viel Holz“ kunstvoll aufgeschichtet worden - darunter auch jede Menge Gehölzschnitt von Landwirten und weiteren privaten Spendern. Jahr für Jahr gehen auch die unbehandelten Aufbauten am Faschingswagen des Burschenvereins in einem natürlichen Recycling in Flammen auf.

In diesem Jahr befanden sich diese Überreste in guter Gesellschaft von alten Dorf-Kulissen der Heimatbühne. Das (bis dato) selten schöne Wetter hatte für einen riesigen Zuschauer-Ansturm von über 1000 Besuchern geführt. Natürlich durfte dabei auch der personifizierte Winter in Gestalt des leicht brennbaren „Ostermo“ auf der Spitze des gigantischen Holzstoßes nicht fehlen, der heuer vom Burschen-Chef persönlich kreiert wurde. Als gute Gastgeber sorgte die eingespielte Mannschaft für das leibliche Wohl der Besucher in Form von Grill-Schmankerln und einer kleinen Bar.

Lichterloh brannte auch das Günzenhauser Osterfeuer nördlich des Lichtweges. Als Brennstoff dienten einmal mehr die vom Bürgerforum eingesammelten Christbäume, die so zu Frühlingsbeginn noch ein letztes Mal hell erleuchtet erscheinen. Die Zuschauer genossen das gesellige Beisammensein rund um den züngelnden Flammenberg. Sogar aus Neufahrn und Hallbergmoos gab es Besucher. So waren die drei Freundinnen Christina, Johanna und Veronika aus den Nachbargemeinden hergefahren und zeigten sich ebenso wie die Einheimischen, fasziniert vom Spektakel.

Gut angenommen wurde der erstmals angebotene „Personen-Transport-Service“: So fuhr zwischen Dorf- und Feuerplatz ein Bulldog mit Hänger hin und her und brachte die Gäste sicher zum einsam gelegenen Ostermo-Brenna. Für alle, die es besonders komfortabel schätzten, zeigte sich die beheizte Zeltbar als bevorzugter Aufenthaltsort. Gut und gerne ließ es sich aber in bester Gesellschaft auch am heißen Feuer aushalten. Dazu gehörten eine heiße Suppe und ein kühles Bier.

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