Für Drahtesel wird’s hier eng: Die Blaue Brücke ist eine der Problemstellen auf dem Radweg nach Garching. Foto: wilms

Wenn's eng wird auf der Blauen Brücke

Eching - Ein wichtiger Baustein für das über den Ortsrand hinausreichende Radwegenetz ist die Verbindung von Eching nach Garching. Während auf Garchinger Flur alles Notwendige für eine durchgängige Streckenführung in trockenen Tüchern ist, gibt es in Eching noch zwei Problemstellen.

Die eine betrifft einen etwa 400 Meter langen Abschnitt im Besitz eines Echinger Landwirtes, mit dem man sich noch nicht einigen konnte (wir berichteten). Die zweite ist die Blaue Brücke. Das Wahrzeichen, das das Grün zwischen Echinger See und Freizeitgelände überspannt, geriet beim Gutachten des Büros „Stadt-Land-Verkehr“ ins Visier.

Die zentrale Frage lautet: Wie kommen Radler, ältere Menschen oder Familien problemlos über besagte Brücke? Eine Schwierigkeit besteht darin, dass der Radweg aus Richtung Eching rechtsseitig neben der Straße verläuft und jenseits der Brücke linksseitig am Seeufer fortgesetzt wird. Es ist also notwendig, im Brückenbereich die Straßenseite zu wechseln. Ebenfalls heikel: die gerade mal 5,50 Meter breite Fahrbahn.

Als Verkehrsberater in Sachen Rad hat Andreas Bergmann vom beauftragten Planungsbüro im Bauausschuss diverse Alternativ-Vorschläge vorgelegt. Dazu zählte eine großräumige Umfahrung für Radfahrer über die vorhandenen Wege unter der Brücke mit erheblichem Anstieg und Gefälle oder der Bau einer Parallelbrücke eigens für Radlfahrer und Fußgänger. Beide Varianten erscheinen reichlich unrealistisch.

Aus dem Gremium gab es weitere Vorschläge. Sylvia Jung (BfE) brachte eine bevorrechtigte Verkehrslenkung auf der Brücke in die Diskussion ein, die samit nur wechselseitig zu befahren wäre. Überlegungen von Thomas Kellerbauer (CSU) gingen in Richtung einer Abflachung der Böschung für eine weniger steile Wegeführung westlich der Brücke. Beides konnte nicht überzeugen.

Als weitere Lösung, um den Engpass Blaue Brücke zu entschärfen und den Verkehr zum Langsamfahren zu zwingen, schlug Bergmann vor, im jeweiligen Einmündungsbereich auf der Fahrbahn eine Verkehrsinsel anzulegen. Diese bleibt für den landwirtschaftlichen Verkehr überfahrbar. In den hinter der „Schikane“ entstehenden Sicherheitszonen könnten Abbiegespuren für Radler angelegt werden, die ein Wechseln zur Gegenfahrbahn ermöglichen - und ein Einbiegen auf die querenden Feldwege. Auf der Brücke selbst wäre durch das gedrosselte Tempo gewährleistet, dass sich der Begegnungsverkehr relativ gefahrlos arrangieren kann.

Für das Gesamtpaket einer optimalen Umgestaltung veranschlagte Bergmann Kosten von 100 000 Euro, wobei eine behinderten- und kinderwagengerechte Ausstattung der beiden anliegenden Bushaltestellen per Rampe inkludiert wäre. Momentan muss beim Zusteigen in den Linienbus ein nicht unerheblicher Höhenunterschied überwunden werden. Beim Aussteigen landet man auf der Wiese.

Ohne Gegenstimme konnte im Planungsausschuss eine Minimallösung erzielt werden, die im Bereich der Blauen Brücke eine beidseitige „Einschleifung“ der Radwege durch Markierungen auf dem Straßenbelag beinhaltet - spätere Nachbesserung nicht ausgeschlossen.

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